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Thom York komponiert Musik für den Horrorfilm «Suspiria»

Radiohead-Sänger Thom Yorke legt mit «Suspiria: Music for the Luca Guadagnino Film» seinen ersten Soundtrack vor. Es sind lauter kleine, düstere Soundcollagen.
Michael Graber
Der britische Sänger Thom Yorke bei der Filmpremiere von Suspiria in Venedig. (Bild: Ettore Ferrari/EPA)

Der britische Sänger Thom Yorke bei der Filmpremiere von Suspiria in Venedig. (Bild: Ettore Ferrari/EPA)

Es klingt, als würde ein Pianist gedankenverloren etwas rumklimpern. Erst nach und nach wird eine Melodie erkennbar, Streicher setzen ein, dazu hört man ein leichtes Stöhnen, was sanft begonnen hat, wird immer bedrohlicher und unheimlicher. Nein, Thom Yorkes neue Platte ist nicht die richtige Musik für Joggingrunden im dunklen Wald. «Suspiria: Music for the Luca Guadagnino Film» heisst die Scheibe und ist ein Soundtrack für das Remake des Horrorfilms rund um einen unheimlichen Hexenzirkel.

Nervöse Steigerungsläufe

Im Original von 1977 hatten die italienischen Prog-Rocker Goblin den Soundtrack gemacht – mittlerweile hat die Musik fast noch mehr Kultstatus als der Film. ­Yorke, der soeben 50 Jahre alt ­geworden ist, kopiert aber nicht ­einfach, sondern schafft etwas Eigenes – auch wenn es durchaus einige musikalische Zitate hat. Er habe Zaubersprüche erschaffen wollen, sagte Yorke in einem Interview. Oft sind es kurze, bedrohliche Zaubersprüche, die der Radiohead-Mastermind da entfesselt. Sie verzichten auf Knalleffekte und entfalten ihren Schrecken eher durch eine latente Grundbedrohlichkeit. In «Sabbath Incantation» verschwinden die Chorgesänge nach und nach im Nichts, in «Volk» schaukeln sich vertrackt brummende Loops immer weiter zu einem nervösen Steigerungslauf auf. Das erzeugt eine sehr beunruhigende Stimmung.

Vieles an «Suspiria: Music for the Luca Guadagnino Film» ist recht klassisches Soundtrack-Material. Dazwischen funkeln und leuchten aber einige Gesangsstücke. Sehr schön ist «Suspirium». Yorke wiederholt dabei immer wieder unterschiedlich dasselbe Piano-Motiv und singt irgendwo zwischen Klagen und Flehen. Dieser Song würde auch auf einer Radiohead-Scheibe sicherlich nicht abfallen.

Radiohead-Bandkollege Jonny Greenwood hat in letzter Zeit oft mit Soundtracks (unter anderem «Der seidene Faden») auf sich aufmerksam gemacht. Für Yorke dagegen ist es eine Premiere in diesem Bereich. Dass er einen Horrorfilm für sein Debüt ausgewählt hat, macht durchaus Sinn. Da passen die sphärischen Klangteppiche, die man auch von Yorkes anderen Arbeiten kennt, besser. Es sind oftmals kleine, dunkle Collagen, die auf einem simplen Motiv aufbauen. In den rein instrumentellen Stücken ist man an den Soundtrack zu «The Social Network» erinnert, den Trent Reznor (Nine Inch Nails) verantwortete – damit ist Yorke vielleicht noch kein Hans Zimmer, aber schon ziemlich gut.

Thom Yorke: «Suspiria: Music for the Luca Guadagnino Film» (XL).

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