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THEATER: Zurück von der Front

Zwei Paare, vier Sichten auf die Welt: Zwei Kleintheater inszenieren ­«Zeitstillstand» des Amerikaners Donald Margulies, wir waren an den Proben.
Dieter Langhart
Noce Noseda, Dorit Ehlers, Adele Raes und Pablo Bursztyn proben den «Zeitstillstand». (Bild: Dieter Langhart)

Noce Noseda, Dorit Ehlers, Adele Raes und Pablo Bursztyn proben den «Zeitstillstand». (Bild: Dieter Langhart)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Was passiert, wenn man aus dem Krieg zurückkehrt? Die Fotojournalistin Sarah war im Irak, ganz vorn, eine Bombe hat ihr das Bein fast weggefetzt. Aber sie will unbedingt zurück, Afghanistan wartet, ihr Verlobter James ist dagegen. Aber Adrenalin kennt der Textjournalist am Schreibtisch nicht. Im Stück «Time Stands Still/Zeitstillstand» gesellt Pulitzerpreisträger Donald Margulies ein zweites Paar dazu, den ­Buchverleger Richard und seine Freundin Mandy. Eine klassische Viererkonstellation, wie sie etwa Yasmina Reza in «Gott des Gemetzels» durchexerziert hat.

«Als ich das Stück sah, war ich sofort begeistert», sagt Pablo Bursztyn. Der Leiter des Zürcher Kodachrome-Theaters ist eng befreundet mit Noce Noseda von der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld, sie haben 2013 «Die Begleitband» inszeniert und gespielt. Jetzt spannen beide Kleintheater für «Zeitstillstand» zusammen und geben Vorstellungen in beiden Städten. Bursztyn und Noseda spielen James und Richard, Dorit Ehlers und Adele Raes Sarah und Mandy. Bis auf den gebürtigen Argentinier Bursztyn kennen sich alle von der Sculoa Teatro Dimitri, diskutiert wird meist auf Italienisch.

Wir sitzen in einer Probe. Das Bühnenbild ist noch unfertig, das Textbuch rasch zur Hand. Die vier Spieler intensivieren die Auseinandersetzung mit dem Stoff, feilen an Details, Tonfall, Tempi.

Bilder als Ausschnitte einer vermeintlichen Wahrheit

Auch für die Schweiz ist das Stück relevant, sagen die vier. «Wir werden bombardiert von Kriegsbildern, sie haben uns in unserer sicheren Welt abgestumpft.» Das Stück moralisiere nicht, gebe keine eindeutigen Antworten. «Wir spielen es als schwarze Komödie, aber ohne Gags – und hoffen, dass die Zuschauer dennoch lachen können.» Pablo Bursztyn spricht von einer Gratwanderung: «Wir wollen weder eine Tragödie spielen noch das Thema Kriegsjournalismus banalisieren.»

Richard sucht «tolle Fotos», Bilder des Schreckens. Wir werden sie nicht zu sehen bekommen, auch wenn die Inszenierung Projektionen verwendet.

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

Premiere: Fr, 17.11., 20 Uhr, Theaterwerkstatt Gleis 5, Frauenfeld Vorstellungen in Frauenfeld: Sa, 18.11., Fr/Sa, 1./2.12. Vorstellungen Kraftwerk Zürich: Do–So, 23.–26.11.

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