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Auf der Suche nach Liebe und dem Glück: Anna Blumer als Marianne und Fabian Müller als Alfred. Bild: Toni Suter/T+T Fotografie

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Theater St. Gallen: Tragödie vor süssen Walzermelodien

Mit «Geschichten aus dem Wiener Wald» zeigt das Theater St. Gallen ein bitteres Volksstück von Ödön von Horváth. An der Premiere am Samstag Abend überzeugten starke Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Inszenierung entfaltet ihre Kraft im zweiten Teil.
Julia Nehmiz

Am Schluss hat er sich doch ein Herz gefasst. Mit grossem Luftballon und kleiner Rassel macht der Zauberkönig sich auf, seinen Enkel zu besuchen. «Der Grosspapa ist da, kleiner Leopold, der Grosspapa», und er rasselt sacht mit der Rassel, und sucht seinen kleinen Enkel. Doch der ist tot. Marianne, die Mama des unehelichen Kindes, kann nur noch mit tränenerstickter Stimme herauswürgen, dass Gott ihr nicht gesagt habe, was er mit ihr vorhabe. Dass sie nicht mehr kann.

Die «Geschichten aus dem Wiener Wald» von Ödön von Horváth enden im Theater St. Gallen in völliger Trostlosigkeit. Marianne, die so sehr die Liebe und das Glück suchte, ist am Boden zerstört.

Grotesk, bizarr, böse, und voller Vorahnungen

Horváth zeichnete in seinem 1931 uraufgeführten Volksstück ein zeitkritisches Porträt des damaligen Wiener Lebens. Grotesk, bizarr, böse und voller politischer Vorahnungen. Vor heiteren, zuckersüssen Wiener-Walzer-Melodien spielt sich eine private Tragödie ab.

Die St. Galler Inszenierung von Barbara-David Brüesch entfaltet ihre Kraft im zweiten Teil. In den beiden ersten Akten bleibt das Bühnengeschehen fremd, die Figuren wirken - trotz starker schauspielerischer Leistungen - wie Abziehbilder und müssen viele Gags abliefern. Doch im dritten Akt dürfen die Protagonisten ihre Gefühle zeigen. Dann wird es berührend.

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