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THEATER: Spekulanten und Fundamentalisten

«Die unsichtbare Hand», ein Stück über die Mechanismen des Kapitalismus, führt in Konstanz unter der Regie von Mark Zurmühle nicht zu Aha-Effekten.
Brigitte Elsner-Heller

Ayad Akhtar, 1970 geboren, ist ein US-amerikanischer Autor mit pakistanischen Wurzeln, der in seinem Stück «Die unsichtbare Hand» (UA 2012 in New York City) den Kapitalismus zu islamistischen Bewegungen in Beziehung setzt. Zwar bedient er damit auch Stereotype. Allerdings so, dass beide Seiten jeweils als Auslöser von Terror fungieren.

Das, was Mark Zurmühle, Schauspieldirektor am Theater Konstanz, mit «Die unsichtbare Hand» auf die Bühne bringt, bleibt allerdings deutlich hinter dem zurück, was der Autor in seinem Text angelegt hat. Im Stück geht es um einen US-Banker (Nick Bright, gespielt von Georg Melich), der in Pakistan von einem islamistischen Imam (Ingo Biermann) und seinen Anhängern (Tomasz Robak, Julian Härtner) gefangen gehalten wird. Nachdem die Lösegeldforderung ins Leere läuft, schlägt der Bör­sianer seinen Entführern einen Deal vor: Durch Spekulationen an der Börse wird er der Bewegung das Geld verschaffen, das sie gefordert hat. Tatsächlich läuft die Sache «erfolgreich» an, was die Gelegenheit verschafft, das Publikum mit Finanzgeschäften und unlauteren Strategien vertraut zu machen. Und mit der Tatsache, dass die fundamentalistischen «Weltverbesserer» um keinen Deut besser sind, sobald Dollars – in die eigene Tasche – fliessen.

Mischung aus Schaudern und Clowneske

Auch wenn die Handlung nicht wirklich neue Erkenntnisse birgt, ist das Stück doch wenigstens interessant angelegt. Was man von der langatmigen Inszenierung leider nicht sagen kann. Die angestrebte Mischung aus Schaudern und Clowneske geht nicht auf, da zu grosse Reibungen auftreten, die das Publikum fordern. Es ist nämlich gleichzeitig auf­gerufen, die ausgebreiteten ökonomischen Mechanismen nachzuvollziehen, die über Videos eingeblendete «Aussenwelt» empathisch aufzunehmen, während im Verlies die Entführer dann als mehr oder weniger tumbe Clowns vorgestellt werden (oder wie sonst sind die Kostüme zu interpretieren?). Was allein schon eher das Zeug dazu hat, Schrecken zu verbreiten, als das Ganze als Farce zu interpretieren. Spiel nur um des Spiels wegen – das ist zu wenig. Der Applaus fiel verhalten aus.

Brigitte Elsner-Heller

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

Hinweis: «Die unsichtbare Hand» bis 28. März am Theater Konstanz

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