THEATER: Sie tanzen, sie hoffen, sie warten

Annette Kuhn war in Griechenland und hat aus Geschichten von Flüchtlingen und ­Helfern ein Stück ­gemacht. Nach zwei weiteren Reisen hat sie «Strandgut» aktualisiert – und tritt mit einem neuen Musiker auf.

Drucken
Teilen
Annette Kuhn in «Strandgut». (Bild: Reto Martin (21.9.2016, Steckborn))

Annette Kuhn in «Strandgut». (Bild: Reto Martin (21.9.2016, Steckborn))

Schuhe durchziehen wie ein roter Faden die szenische Collage «Strandgut». Mit nassen Schuhen steigen die Flüchtlinge aus den Booten, auch Annette Kuhn hat sie empfangen auf Lesbos, in Piräus dann betreut. Eine Schauspielerin, die helfen wollte. Des Nachts schrieb sie die Geschichten der Flüchtlinge auf – Fragmente aus fragilen Leben. Und als sie zurück war, wob Annette Kuhn aus diesen Geschichten ein Theaterstück zwischen Ernst und Humor. «Strandgut» war vergangenen September im Phönix-Theater in Steckborn zu sehen; Jean Grädel führte Regie.

Die Zuschauer waren aufgefordert worden, eigene Schuhe mitzubringen, gute oder neue. Denn Annette Kuhn nahm diese Schuhe mit, als sie wieder nach Griechenland reiste, und verteilte sie an bedürftige Flüchtlinge. «Im Februar bin mit der zweiten Ladung gespendeter Schuhe erneut nach Athen gereist und habe sie in die Camps gebracht», sagt Annette Kuhn. Just gestern ist sie zurückgekehrt für die kommenden Vorstellungen von «Strandgut». Sie hat inhaltlich einiges aktualisiert. Und einen neuen Musiker gefunden. Wie schon der syrische Oud-Spieler Bahur Gahzi wird auch er Spiegel sein für die Helferin.

Ako Karim spielt Klarinette, Saxofon und Akkordeon, und auch seine eigenen Themen werden ins Stück einfliessen. «Das Stück eignet sich ab der Oberstufe – wir bieten auch Gespräche mit Schülern an.»

Dieter Langhart

dieter.langhart

@tagblatt.ch

• Do/Fr, 9./10.3., 20.15 Uhr, Phönix-Theater, Steckborn • Do, 6.4., 20 Uhr, Gallusschulhaus, St. Gallen • Fr/Sa, 28./29.4., 20.30 Uhr, Haberhaus, Schaffhausen • Sa, 28.10., 20 Uhr, Theater an der Grenze, Kreuzlingen strandgut.tk