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THEATER: Leben ohne Filter

Die gebürtige Bolivianerin Cynthia Gonzalez thematisiert auf der Bühne das Thema Autismus. Dabei taucht sie in das Innenleben einer Betroffenen. Kommenden Mittwoch gastiert sie in der Grabenhalle St. Gallen.

Menschen mit Autismus fallen in der Gesellschaft meistens auf. Ihre Wahrnehmung der Umwelt unterscheidet sich grundlegend von nicht Betroffenen. Oft sind Autisten nicht in der Lage, Mimiken oder subtile Anspielungen anderer Menschen zu verstehen. Auch fällt es ihnen schwer, sich in andere hineinzuversetzen oder Freundschaften zu schliessen. Eine klar definierbare Form von Autismus gibt es jedoch nicht. Die Ausprägungen sind vielfältig. Die in Bern lebende und in ­Bolivien geborene Choreografin Cynthia Gonzalez hat sich dem Thema Autismus künstlerisch angenommen. In ihrem aktuellen Stück Windspeed F400 geht es um das Innenleben einer Autistin. Gonzalez spielt die Hauptrolle als Autistin. Sie ist selber zwar nicht betroffen, jedoch ihr Bruder, deshalb sei ihr das Thema nicht nur wichtig, sondern auch sehr nahe. «Autismus ist eine ­andere Art des Seins», sagt die Theatermacherin. «Betroffene nehmen ihre Umwelt anders wahr.»

Wer grenzt eigentlich hier wen aus?

Obwohl kommunikative Fähigkeiten eingeschränkt sind, können autistisch veranlagte Menschen in gewissen Bereichen überdurchschnittlich stark aus­geprägte Fähigkeiten aufweisen. Popkulturell erstmals einer breiten Öffentlichkeit wurde Autismus vor 30 Jahren vermittelt. Dustin Hoffman spielte in «Rain Man» einen Autisten, der mathematisch überdurchschnittlich begabt ist, man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Inselbegabung. Die Figur im Stück Windspeed F400 verfügt über die Fähigkeit, sich ausgesprochen gut Wetterdaten zu merken. Autistische Menschen leben in einer Parallelwelt, dennoch stellt Gonzalez die Frage,, was es bedeutet, anders zu sein. Wer schliesst hier wen aus der Gesellschaft aus? Sind es die nicht betroffenen «normalen» Menschen oder umgekehrt die Betroffenen? «Windspeed F400 ist ein spartenübergreifendes Stück über das Anderssein, die Konfrontation mit den eigenen Verhaltensmustern, Zugehörigkeit und Akzeptanz», sagt die ­Regisseurin. Gespielt wird vor der Kulisse einer Stadt aus Holzklötzchen und Karton mit verschiebbaren Elementen.

Philipp Bürkler

philipp.buerkler@tagblatt.ch

Windspeed F400

Di, 16.1. / Mi, 17.1. Grabenhalle, St. Gallen, 20 Uhr, Infos unter grabenhalle.ch

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