THEATER: Immer mehr Flüchtlinge

«Strandgut» von und mit Annette Kuhn handelt von ­Begegnungen mit Menschen auf der Flucht.

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Helferin und Flüchtling: Annette Kuhn und Ako Karim. (Bild: PD)

Helferin und Flüchtling: Annette Kuhn und Ako Karim. (Bild: PD)

Vor einem Jahr kam die Schauspielerin Annette Kuhn aus Lesbos zurück, wo sie ankommende Flüchtlingsboote empfangen hatte. Seither hat sie mehrmals Flüchtende in Piräus und Athen besucht. Vor 22 Jahren floh der kurdische Musiker Ako Karim nach Deutschland. Nun stehen sie gemeinsam mit dem Erlebten auf der Bühne. Regie führt Jean Grädel.

Annette Kuhn spricht direkt ins Publikum, taucht ein in ­Rollen, spielt Szenen und zeigt selbstironisch die Unbeholfenheit in der Begegnung mit dem fremden Musiker (Karim), der Akkordeon, Klarinette und Saxofon spielt. «Mit der Leichtigkeit von Seifenblasen tauchen die Geschichten auf, berühren, bringen einen zum Lachen, Nachdenken, zerplatzen dann, hinterlassen Spuren», sagte ein Zuschauer nach der Premiere vergangenen September in Steckborn.

Nun zeigen Annette Kuhn und Ako Karim das Theaterstück in St. Gallen. Immer noch aktuell? Ja! 2017 sind bis jetzt 30 Prozent mehr Flüchtende übers Meer gekommen als im Vorjahr. Trotzdem hört man kaum noch etwas. Annette Kuhn und Ako Karim kann man hören und sehen. Und sich nach der Vorstellung mit ­ihnen unterhalten. (red)

Do, 6.4., 20 Uhr, Gallusschulhaus/Flade, St. Gallen Anmeldung und Informationen: strandgut.tk