Theater-Grexit? Jugendprojekt wird ausgeladen

KONSTANZ. Noch im Mai hatte das Theater Konstanz die Einladung des deutsch-griechischen Jugendstücks «Utopia in Progress» zum Festival «Made in Germany» in Stuttgart verkündet.

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KONSTANZ. Noch im Mai hatte das Theater Konstanz die Einladung des deutsch-griechischen Jugendstücks «Utopia in Progress» zum Festival «Made in Germany» in Stuttgart verkündet. Jetzt teilt es mit, dass das Festival im November zwar stattfinde – jedoch ohne «Utopia in Progress», einer Kooperation zwischen dem Staatstheater Nordgriechenland, Thessaloniki, und dem Theater Konstanz.

Die Absage sei dem Theater Konstanz «beiläufig und knapp per E-Mail» mitgeteilt worden. Das Festival habe finanzielle Schwierigkeiten und die Auswahl der Inszenierungen noch einmal überdenken müssen, heisst es in der Mitteilung. Daher sei das Stück der griechischen Regisseure Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris «laut zweiter Auswahl der aus Bürgern bestehenden Jury nicht mehr dabei». Einige der griechischen Mitspieler, die zum grössten Teil in Thessaloniki leben, hätten bereits Vorstellungen im eigenen Land abgesagt, um nach Stuttgart kommen zu können.

Verpasste Chance zum Dialog

Als «ein deutliches Signal» bezeichnet das Theater Konstanz die Ausladung «in Anbetracht der aktuellen angespannten politischen Situation zwischen der EU und Griechenland, Referenden und der Diskussion über einen möglichen <Grexit>». Notabene bei einem Theaterstück, «das den Dialog zwischen deutschen und griechischen Jugendlichen auf die Bühne bringt».

Das Theater argumentiert: «Während die durch Medien transportierte politische Auseinandersetzung hauptsächlich um wirtschaftliche Faktoren kreist, wäre die Vorstellung des Stückes die Möglichkeit gewesen, individuelle Positionierungen junger Menschen zur <Krise> kennenzulernen. Jetzt ist der Beitrag zur deutsch-griechischen Verständigung ausgeladen!» Das Team plane nun einen Auftritt in Athen und sei auf der Suche nach Sponsoren. (dl)