THEATER: Eine Komödie für Hörende und Gehörlose

Seit 15 Jahren ist das Gebärdensprachtheater Movo mit seinen Stücken unterwegs. «Über die Verhältnisse» heisst ihr neues Stück, das am Samstag in der Kellerbühne St. Gallen zu sehen ist.

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Schuld und Schwindel im gemischten Doppel, so nennt die Theatergruppe ihre Komödie für Hörende und Gehörlose. Das ­Gebärdensprachtheater Movo bringt eine Farce mit: «Über die Verhältnisse» über Soll und Haben in Paar- und Wirtschaftsbeziehungen. Ein Stück in Laut-, Bild- und Gebärdensprache – und somit sowohl für Hörende wie Gehörlose gleichermassen verständlich und missverständlich.

Fast kommt es noch zu einem Verbrechen

«Das Lebensglück, so suggeriert unsere Gesellschaft, ist nur zu erreichen, wenn man sich materielle Träume verwirklicht und sich im Alltag immer wieder etwas gönnt, vielleicht mehr, als man sich leisten kann», umreisst die Gruppe die Ausgangslage des Stücks. Im Zentrum der turbulenten Komödie stehen zwei befreundete Paare. Sie verstricken sich immer tiefer in Schummeleien, Krediten, Schulden und Lügengeschichten. Die Realität zerstört die hochfliegenden Träume. Durch Allianzen versuchen die Figuren sich herauszuwinden, doch sie befinden sich in einer Abwärtsspirale. Die Hausgemeinschaft gerät immer mehr unter Druck und greift zu immer drastischeren Rettungsmassnahmen. Es scheint weder einen spirituellen noch einen kriminellen Ausweg zu geben. Doch sie merken bald, dass weder Geld noch Schulden verantwortlich für Glück und Unglück sind. Speziell für Movo hat die Regisseurin Meret Matter das Stück mit Autor Raphael Urweider und dem Ensemble entwickelt. Auf der Bühne stehen hörende und gehörlose Schauspieler. Die Musik steuert Klangkünstler Roland Bucher bei. (pd)

Sa, 19 Uhr, Kellerbühne St. Gallen

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