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Textil-Kreationen für Muskelmänner und Brautmütter

Am 10. Oktober steht im fernen Berlin die Verleihung des Deutschen Musicalpreises an. Er gilt als wichtigste Auszeichnung der deutschen Musicalbranche und wird für herausragende künstlerische Leistungen in 14 Kategorien vergeben. In der Sparte «Kostümbild» könnte der Sieg nach St. Gallen gehen.
Dorothee Haarer
Für einen deutschen Musicalpreis nominiert: Die Schneiderinnen Kathrin Baumberger und Karin Bischoff (rechts). (Bild: Urs Bucher)

Für einen deutschen Musicalpreis nominiert: Die Schneiderinnen Kathrin Baumberger und Karin Bischoff (rechts). (Bild: Urs Bucher)

Am 10. Oktober steht im fernen Berlin die Verleihung des Deutschen Musicalpreises an. Er gilt als wichtigste Auszeichnung der deutschen Musicalbranche und wird für herausragende künstlerische Leistungen in 14 Kategorien vergeben. In der Sparte «Kostümbild» könnte der Sieg nach St. Gallen gehen. Kathrin Baumberger, die mit Karin Bischoff das Schneideratelier Die Manufaktur leitet, steht auf der Liste der Nominierten.

Das Kofferpacken für Berlin muss noch warten. Aber die Vorfreude darauf steigt Tag für Tag. «Wir fahren da hin, um zu gewinnen», meint Kathrin Baumberger und nippt an ihrem Espresso. Geschäftspartnerin Karin Bischoff konstatiert schmunzelnd: « Ja, es heisst alles oder nichts. Denn Platz zwei wird nicht vergeben.» Die Chancen stehen gut. Das liegt daran, dass die beiden Couture-Spezialistinnen permanent am Ball geblieben sind. Seit sie vor zehn Jahren ihr Atelier mit Sitz an der St. Galler Bahnhofstrasse ins Leben gerufen haben, gilt: professionelles Handwerk, Nachhaltigkeit durch Schweizer Produkte und individuelle Anfertigungen. «Wir setzen auf Regionalität und arbeiten eng mit hiesigen Stofflieferanten und Textilhäusern zusammen», erklärt Bischoff. «Ausserdem gehen wir auf unsere Kunden ein. Wir nehmen uns Zeit, um Bedürfnissen nachzuspüren. Und dann schneidern wir jedem sein Wunschkleidungsstück auf den Leib.»

Mit gutem Gespür und im Team mit vier Schneiderinnen entsteht bei «Die Manufaktur» so alles, was das Modeherz begehrt: Stickereikleider für modemutige Brautmütter ebenso wie Massanzüge für v-förmige Bodybuilder-Körper. Diese Art der Arbeit hat ihren Preis. «Wir sprechen Menschen an, die sich bewusst gegen den Trend der Fast Fashion stellen. Unsere Kunden wollen nicht fünf Anzüge im Schrank, die zwar billig sind, aber wegen einer miserablen Qualität auch schnell verschleissen. Manche sparen regelrecht und leisten sich dann einen hochwertigen und teureren Anzug, der aber auch in zehn Jahren noch Freude macht», beschreibt Baumberger diejenigen, die bei ihr Kleidung in Auftrag geben.

Wie gut es Bischoff und Baumberger gelingt, Kleiderträume wahr werden zu lassen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Und zwar bis in die Welt des Theaters. Seit geraumer Zeit kommen regelmässige Aufträge für Kostümbilder. Denn hier gilt noch mehr als anderswo: Ein Kleidungsstück soll eine Persönlichkeit oder eine Körperform unterstreichen, sie betonen oder ihr schmeicheln. Solch einem Theaterauftrag ist nun die Nominierung für Berlin zu verdanken. Sie wurde für das Kostümbild zu «Mein Name ist Eugen», einer Musicalfassung des Romans von Klaus Schädelin, eingebracht. Kathrin Baumberger freut sich zu Recht darüber. Denn Kostüme-Entwerfen ist und bleibt ihre Leidenschaft. «Kostüme sollen auf der Bühne ja Charaktere unterstützen, Eigenheiten vermitteln. Deswegen diskutiert man für solche Aufträge immer besonders intensiv mit dem Regisseur. So wächst allmählich die Idee, wie man das Wesen einer Theaterfigur durch entsprechende Kleidung betont. Es ist phantastisch, wenn diese Idee am Ende auch beim Publikum ankommt.»

Dass «Die Manufaktur» eines Tages ausschliesslich Kleidung für die Bühne entwirft, ist für Bischoff und Baumberger allerdings kein Thema. «Wir lieben beide Seiten unserer Tätigkeit: das Schneidern fürs echte Leben und das phantasievolle Kreieren für eine Traumwelt. Wenn es jetzt mit dem Preis klappen würde, wäre das einfach eine Motivation, den begonnenen Weg weiterzuverfolgen.»

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