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Terror in Echtzeit

«Tatort»
«tatort» Aus Dortmund: «sturm». Morgen Montag, 20.05 Uhr, Srf 1.

Wut macht unberechenbar, Angst auch. Weil sich beide ausserhalb der Norm bewegen. Wie auch der zehnte «Tatort» aus Dortmund, dessen häufige Wechsel von panischer Stille zu plötzlichem Geschrei erahnen lassen, wie sich akute Terrorbedrohung anfühlt.

Fast in Echtzeit erleben die vier Dortmunder Ermittler mehrere Stunden zwischen Nacht und Tag, während derer ein zum Islam konvertierter Bankangestellter mit Sprengstoffgürtel um den Bauch Millionen Euro auf Konten in arabische Länder umlenkt. Zwei Polizisten auf Autostreife wurden erschossen – mitten im nachtschlafenden Dortmund. Und Faber (Jörg Hartmann), feinnervig wie eh und je, entdeckt in einer Nebenstrasse den Bänker bei seinem Tun, wirft die Scheibe ein, und fortan legt sich der Ton der Alarmanlage wie subtiler Terror fürs Ohr über die beklemmende Handlung.

Nichts für schwache Nerven. Und auch nichts für Menschen mit einfacher Weltsicht. Es passiert viel im «Tatort Sturm», und es verschieben sich die Perspektiven. Faber hat Todesangst, sie ist ihm ins präzis gezeichnete Gesicht geschrieben. Er schreit: «Das nervt», und meint religiöse Besessenheit. «Call me Mikey», flirtet der IT-Experte mit Nora Dalay (Aylin Tezel). «Call me Oberkommissarin Dalay», antwortet diese mit scharfem Blick.

An Neujahr wurde die Folge aus dem Programm genommen – zu präsent war der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vom 19. Dezember. Gute Entscheidung. Am Sendetermin vom Ostermontag hält das Fernsehen nun fest – trotz des Anschlags auf den BVB-Bus am Dienstag. «Der ‹Tatort› kann aufgrund seiner aktuellen inhaltlichen Ausrichtung der Realität nicht ständig ausweichen», liess sich «Tatort»-Koordinator Gebhard Henke zitieren. Dass die Realität die Fiktion vorweggenommen hat, stimmt dennoch nachdenklich.

Susanne Holz

«Tatort» aus Dortmund: «Sturm». Morgen Montag, 20.05 Uhr, SRF 1.

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