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Tatort Bodensee

Das Ensemble des See-Burgtheaters Kreuzlingen holt den morbiden Klassiker «Arsen und Spitzenhäubchen» aus ­staubigen Zimmern auf einen Mississippi-Dampfer. Ein Blick in die Proben auf der Seebühne.
Dieter Langhart
Proben zu «Arsen und Spitzenhäubchen» vor der Drehbühne im Seeburgpark Kreuzlingen (v.l.): Astrid Keller (Abby Brewster), Raphael Westermeier (Mortimer Brewster), Anna Krestel (Elaine Harper), Caroline Schreiber (Martha Brewster). (Bild: Donato Caspari)

Proben zu «Arsen und Spitzenhäubchen» vor der Drehbühne im Seeburgpark Kreuzlingen (v.l.): Astrid Keller (Abby Brewster), Raphael Westermeier (Mortimer Brewster), Anna Krestel (Elaine Harper), Caroline Schreiber (Martha Brewster). (Bild: Donato Caspari)

Flinke Jogger flitzen achtlos vorbei, ältere Semester blicken eher zur Seite, staunen über das Hausboot, das hart an der Seekante steht, als wäre es soeben gestrandet; sehen Schauspielern zu, wie die treppauf, treppab wuseln und eine Leiche in der Truhe finden – nicht die erste – und dann dreht sich das Ding auch noch!

Gregor Sturm hat sich das Bühnenbild zu «Arsen und Spitzenhäubchen» erdacht, erbaut haben das Ungetüm Firmen aus der Umgebung, worüber sich Produktionsleiter Leopold Huber besonders freut («Kultur ist gut für die Region»). Schliesslich spielt das See-Burgtheater da seit knapp dreissig Jahren.

Huber hat gestern zu den Proben eingeladen, und wie gewohnt stellt er alle am Tisch einander vor: die Schauspieler, den Stab, die Medienleute. Die Spieler sagen, wie sie zum Engagement gekommen sind und was sie sich in ihre Rolle hineindenken, die Journalisten schreiben mit.

Cary Grant heisst jetzt Raphael Westermeier

Der Kölner Schauspieler Raphael Westermeier sitzt zu Hubers Linken, er darf anfangen. Hat’s nicht leicht, auch weil er einen berühmten Vorgänger hat. Denn Cary Grant spielte 1941 in Frank Capras Verfilmung den Mortimer Brewster, den Neffen der beiden Schwestern Abby und Martha. «Ich will mich lösen von Grant», sagt Westermeier. Er hat den Mortimer schon einmal gespielt, als er für einen erkrankten Kollegen einspringen musste. Seine Verlobte Elaine gibt Anna Krestel, Absolventin des Max Reinhardt-Seminars in Wien wie Leopold Huber und Astrid Keller, die Co-Leiter des See-Burgtheaters. «Ich spiele die Pfarrerstochter nicht zwingend brav, gehöre nicht zum Brewster-Clan, aber vielleicht bin ich auch vom Wahnsinn gezeichnet – vom Liebeswahn.»

Alle am Tisch wissen, dass Abby und Martha einsame alte Herren zu sich einladen und mit vergiftetem Wein Gott näher bringen, also «in ein besseres Leben führen», wie es Astrid Keller sagt. Sie spielt die Abby, eine «ganz nette alte Dame, die etwas Tolles macht und Lust dabei spürt, keine Mörderin». Ihr steht die Kölnerin Caroline Schreiber bei als Martha (wir überspringen jetzt die Tischordnung und straffen ein wenig).

Von der Lust am vorsätzlichen Mord

Bekannte Gesichter in Kreuzlingen sind Adrian Furrer als Leutnant Rooney (2018 war er Biedermann in Max Frischs Klassiker) oder Christian Intorp («Jonathan Brewster steht für die Lust am vorsätzlichen Mord»), der mehrmals am See-Burgtheater engagiert war, aber auch an den Theatern Konstanz und St. Gallen.

«Wir gehen jetzt die Bühne drehen», sagt Leopold Huber. Denn was wären Freilichtspiele und Zeitungen ohne Bild.

Premiere: Do, 11.7., 20.30 Uhr; bis 7.8. see-burgtheater.ch

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