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«Tatort» aus Luzern: «Ausgezählt» spielt in der Boxszene und schlägt leider zu viele Haken

Die Luzerner Kommissare Flückiger und Ritschard befinden sich im Endspurt. Ihr vorletzter Fall führt sie in die Boxszene und ins Gefängnis. Trotzdem fehlt es der Folge etwas an Biss. Fürs Finale bleibt da noch Luft nach oben.
Susanne Holz
Ein Boxkampf leitet den vorletzten «Tatort» aus Luzern ein. Rau geht es dann auch weiter: mit einer Kellergeisel und viel Zoff im Knast. (Bild: SRF/Daniel Winkler)

Ein Boxkampf leitet den vorletzten «Tatort» aus Luzern ein. Rau geht es dann auch weiter: mit einer Kellergeisel und viel Zoff im Knast. (Bild: SRF/Daniel Winkler)

Ganz poetisch mit einer Vogelformation am Himmel endet dieser vorletzte «Tatort» aus Luzern. Die 90 Minuten zuvor jedoch sucht man vergebens nach einem Idyll. Nein, «Ausgezählt» bietet keine Innerschweizer Postkartenmotive, keine touristentauglichen Luzern-Impressionen, keine Schönheit und keine Behaglichkeit. Allenfalls bietet diese Folge so etwas wie die Schönheit des Unverblümten: Ganz zu Beginn ist das etwa die Schnörkellosigkeit einer rechten Geraden bei einem Boxkampf zweier junger Profisportlerinnen.

Kein zweiter Geniestreich

Vom Boxring ist es dann nicht weit zum Kellerverlies, in welches die Siegerin von ihrem Manager gesteckt wird, um sie zur Räson zu bringen: Nach dem Tod ihrer Gegnerin, verursacht nicht zuletzt durch Doping, möchte Martina Oberholzer (Tabea Buser) jedem weiteren derart gepushten Erfolg entsagen und einen Schlussstrich ziehen. Dumm nur, dass ihr renitenter Manager Sven Brügger (Urs Humbel) erschossen wird, kaum dass er Martina eingesperrt hat. Das Wissen um die Koordinaten des Kellerlochs nimmt er sodann mit ins Jenseits.

Vom Kellerverlies wiederum ist es nur ein Katzensprung ins Gefängnis, in welches sich Heinz Oberholzer (Peter Jecklin) – Ex-Polizist und Onkel von Martina – begeben will, um beim Drahtzieher des Dopingrings, Pius Küng (Pit-Arne Pietz), den Aufenthaltsort der Geisel in Erfahrung zu bringen. Oberholzer bekennt sich nicht nur des Mordes am Manager für schuldig, sondern nutzt auch seine frühere Arbeitsbeziehung zu Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer) für seine Zwecke: nämlich ohne Umwege als verdeckter Ermittler in den Knast eingeschleust zu werden. Ein Konflikt zwischen Ritschard und Kollege Flückiger (Stefan Gubser) ist programmiert: «Was läuft da, Ritschi?», fragt Flückiger leicht aufgescheucht die Kollegin, die plötzlich ein Geheimnis aus der beruflichen Vergangenheit mit sich herumträgt. Im vorletzten Fall dürfen die Luzerner Kommissare noch schnell ihre Loyalität testen.

Gedreht wurde übrigens weder in der JVA Grosshof in Kriens noch in der JVA Wauwilermoos, sondern im Aargau in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg. Das Drehbuch stammt von Urs Bühler, der auch den neunten und 2015 hoch gelobten Luzerner «Tatort», Titel «Ihr werdet gerichtet», schrieb. Ein solcher Geniestreich ist «Ausgezählt» jedoch nicht. Die Schnörkellosigkeit einer rechten Geraden geht diesem Genrestück schlussendlich ab.

Der vorletzte «Tatort» aus Luzern, «Ausgezählt», läuft am Sonntag, 16. Juni, um 20.05 Uhr auf SRF 1. Es ist der letzte «Tatort» vor der Sommerpause. Ein Interview mit der Schweizer Regisseurin Katalin Gödrös veröffentlichen wir kommenden Samstag, 15. Juni.

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