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Taktische Erfolge, katastrophale Fehlschläge: Der Mossad

Der israelische Geheimdienst Mossad hat alle seine aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter vor ihm gewarnt. Dennoch ist der Journalist Ronen Bergman so gut informiert, dass er die geheimen Tötungskommandos dieses wohl tüchtigsten Geheimdiensts der Welt im Detail nachzuerzählen vermag.

Mehr als tausend Interviews hat Bergman geführt, und sie ergeben bei aller von ihm beachteten Sachlichkeit ein beunruhigendes Bild. Und zwar nicht nur des Mossad selbst, sondern auch der Regierungsspitze. Der Ministerpräsident ist es nämlich, der jene Aktionen genehmigt, bei denen bis zur zweiten palästinensischen Intifada im September 2000 mindestens tausend Personen – sowohl Zivilisten als auch Gegner – getötet worden sind und seither weitere 800 Menschen. «Seit dem Zweiten Weltkrieg hat Israel mehr Menschen liquidieren lassen als jedes andere Land der westlichen Welt», stellt Bergman fest, der für die israelische Tageszeitung «Yediot Acharonot» arbeitet und auch deshalb ein unverdächtiger Zeuge ist.

Die Geschichte von Israels Geheimdienst bilde «eine lange Kette beeindruckender taktischer Erfolge, aber auch katastrophaler strategischer Fehlschläge», stellt er fest. Das habe der 2011 von Premierminister Netanjahu entlassene Mossad-Chef Meir Dagan begriffen. «Dagan kam zu dem Schluss, dass nur eine politische Lösung im Einvernehmen mit den Palästinensern – die Zwei-Staaten-Lösung – den 150 Jahre alten Konflikt lösen könne.» Zuvor habe er wie die meisten seiner Kollegen im Verteidigungsapparat geglaubt, mit Gewalt lasse sich alles lösen. «Aber das war ein Irrtum, und zwar ein gefährlich verbreiteter.» (R.A.)

Ronen Bergman: Der Schattenkrieg – Israel und die geheimen Tötungskommandos des Mossad. 864 S., Fr. 39.–.

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