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«Allmen und die Erotik»: Suters sinnliche Reise in die Keramikwelt

Mit eleganter Eloquenz führt Martin Suter seinen Serienhelden Allmen in eine Story um frivole Zerbrechlichkeiten. Das ist aber nur mässig spannend.
Arno Renggli
Der Bestsellerautor Martin Suter veröffentlicht ein weiteres Allmen-Buch. (Bild: Keystone)

Der Bestsellerautor Martin Suter veröffentlicht ein weiteres Allmen-Buch. (Bild: Keystone)

Soll man diesen Allmen mögen? Falls ja, musste man diese Sympathie in den früheren Romanen mit ihm entwickeln. Im nunmehr fünften – mit dem verkaufsträchtigen Titel «Allmen und die Erotik» – ist das eher schwierig.

Denn Allmens Business als Wiederbeschaffer von geraubter Kunst läuft nicht. Und da er findet, dass er trotzdem Anrecht auf seinen opulenten Lebensstil hat und dieser notfalls auch fremd zu finanzieren sei, besinnt er sich auf seine Vergangenheit als Kunstdieb. Und klaut in einer Galerie ein wertvolles Objekt.

Erpressung zu lukrativer Zusammenarbeit

Unglücklicherweise wird er dabei von einem zwielichtigen Typen gefilmt. Prompt erpresst jener Krähenbühler Allmen zu einer geschäftlichen Zusammenarbeit: Letzterer solle Kunsteinbrüche begehen, damit Ersterer im Anschluss gegenüber den Geschädigten als Sicherheitsexperte auftreten und ihnen teure Bewachungssysteme andrehen kann. Bei einem solchen Einbruch geraten Allmen und sein Butler, Geschäftspartner, Freund und Anpumpstation Carlos an eine Sammlung wertvolles Meissner Porzellan. Darunter hat es vor allem auch sehr erotische Stücke.

Der Besitzer entpuppt sich als älterer Mann, der inzwischen einer Art Sekte angehört und daher an den Frivolitäten kein Interesse mehr hat. Und seine Enkelin, die alsbald zur Erbin wird, ist eine scheinbar süsse Unschuld, in die sich Allmen prompt verguckt. Soweit die Komplikationen, die Martin Suter dann mit routinierter Hand ihrer Auflösung entgegenführt.

Martin Suter: Allmen und die Erotik. 267 S., Fr. 30.-

Martin Suter: Allmen und die Erotik. 267 S., Fr. 30.-

Meissner Porzellan gibt es tatsächlich auch erotisch

Meissner Porzellan ist bekanntlich weltberühmt, und tatsächlich werden seit einigen Jahren auch Stücke mit erotischen Motiven hergestellt. Insofern ist dieser Hintergrund der Story real und auch von einer gewissen kulturellen Relevanz, falls man sich für diese Art Kunst interessiert. Und Martin Suter erzählt wie gewohnt mit einer leicht lesbaren nonchalanten Eleganz. Anschaulich führt er die Leser durch die Szenen, etwa bei den Einbrüchen oder sogleich beim starken Bucheinstieg, wo Allmen mit dem Erpresser konfrontiert wird.

Andererseits fehlt es dem Buch an Spannung, und inhaltlich ist es in diesem leicht versnobten Setting fernab des realen Lebens gar belanglos. Was man der ganzen Allmen-Reihe vorhalten kann. Allmen selber wirkt larmoyanter denn je, auch wenn ihm am Ende womöglich das Glück der Liebe lacht. Eine gefällige Lektüre ist es, mehr nicht. Und wie immer nach einem Allmen-Buch hofft man, dass bald wieder ein richtiger Suter-Roman erscheint.

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