«Sur le Lac» sucht Entschleunigung

Das «Sur le Lac»-Festival am 22. August auf der Eggersrieter Höhe bietet einige Neuerungen. So werden die Besucher schon drei Stunden früher aufs Festivalgelände gelassen, und ein aufwendiges Mittagsmenu wird zusätzlich angeboten.

Chris Gilb
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Das «Sur le Lac» auf der Eggersrieter Höhe. (Bild: Urs Jaudas)

Das «Sur le Lac» auf der Eggersrieter Höhe. (Bild: Urs Jaudas)

EGGERSRIET. 15 Uhr: Dann öffnete in den letzten Jahren das «Sur le Lac»-Festival auf der Eggersrieter Höhe, das seit 2008 alljährlich Liebhaber der Indie-Musik begeistert. Dieses Jahr können die Besucher nun schon ab 12 Uhr von der Festivalwiese aus ihren Blick über den Bodensee schweifen lassen.

Mehr Spiel- und Genusszeit

Statt die zusätzliche Festivaldauer durch ein grösseres Konzertangebot auszugleichen, soll vielmehr den sieben Bands und Musikern mindestens eine Stunde Spielzeit garantiert werden. «Wir wollen mit dieser Veränderung für mehr Entschleunigung im Festivalbetrieb sorgen», sagt Pascal Frei vom siebenköpfigen «Sur le Lac»-OK. Auch sollen die Festivalbesucher mehr Zeit für Aktivitäten ausserhalb der Konzertbesuche erhalten. «Es wird weniger stressig, und das Rahmenprogramm kann besser genossen werden», sagt Frei. Da die Gäste das Festivalgelände nun schon zur Mittagszeit betreten, haben die Organisatoren das Rahmenprogramm um ein zusätzliches Verpflegungsangebot erweitert. «Für die Mittagszeit bieten wir neu ein Essen mit Pastrami und diversen Beilagen an», erklärt Frei. Pastrami ist ein geräuchertes und gewürztes rohes Schulterstück vom Rind, das eine aufwendige Zubereitung bedingt. Schon am Vortag beginne das Küchenteam damit, es zu räuchern, sagt Frei. Über 150 Personen engagieren sich zwischenzeitlich ehrenamtlich in verschiedenen Teams als Helfer fürs «Sur le Lac». Der Organisationsaufwand fürs Festival sei in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und genauso die Grösse des OKs. Trotzdem entspreche das «Sur le Lac» in seiner heutigen Form weiterhin den ursprünglichen Idealen. Etwa eine Nische für eher unbekannte Künstler zu sein, die einen guten Live-Auftritt bietet, erklärt Frei.

Ostschweizer Künstler dabei

Auch dieses Jahr treten wieder sieben Künstler zum erstenmal am «Sur le Lac» auf, darunter auch zwei mit Bezug zur Ostschweiz. Einer davon ist der gebürtige St. Galler Künstler Thomas Kuratli mit seinem musikalischen Projekt Pyrit. Erst diesen Sommer hat der Wahl-Pariser sein Débutalbum mit dem Titel «UFO» veröffentlicht. Unter dem Einsatz von allerhand technischer Gerätschaften entführt er darin mit elektronischer Musik in die Stimmungsbilder ferner Galaxien. Pascal Frei, der für das Festivalprogramm zuständig ist, ist besonders gespannt auf die brasilianische Sängerin und Pianistin Dillon: «Sie bietet eine aussergewöhnliche Live- und Lichtshow.» Das Festival aufgrund des Andrangs auf zwei Tage auszudehnen, kommt für die Organisatoren nicht in Frage. «Natürlich haben wir schon mit dem Gedanken gespielt. Wir wollen aber eigentlich nicht, dass sich Gäste während des Festivals verpassen müssen», sagt Frei. Bei einem zweitägigen Festival würden die Gäste kommen und gehen, bei einem eintägigen hingegen sei es ein gemeinsames Erlebnis aller.