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Streit zwischen 21st Century Orchestra und City Light Concerts beigelegt

Das KKL löst salomonisch den langen Streit zwischen den beiden Filmmusikveranstaltern im Haus: Das 21st Century Orchestra und die City Light Concerts erhalten gleich viele Konzerttermine.
Urs Mattenberger
Ein Bild vor dem Bandenkrieg: Die West Side Story (2015) war einer der grössten Erfolge des 21st Century Orchestra und seines damaligen Produzenten Pirmin Zängerle. (Bild: Nadia Schärli)

Ein Bild vor dem Bandenkrieg: Die West Side Story (2015) war einer der grössten Erfolge des 21st Century Orchestra und seines damaligen Produzenten Pirmin Zängerle. (Bild: Nadia Schärli)

Wenn das 21st Century Orchestra am Freitag im KKL sein 20-jähriges Bestehen feiert, hat es doppelten Grund zu feiern. Denn inzwischen sind die Verträge unterschrieben, die regeln, wie viele Filmkonzerte das 21st und sein Gegenspieler, die City Light Concerts, künftig im KKL durchführen können. Und es werden im Fall des 21st Century Orchester wieder deutlich mehr sein.

Philipp Keller, der CEO des KKL, bestätigt, dass die zwischenzeitlich arg zerstrittenen Kontrahenten künftig über gleichlange Spiesse verfügen: «Wir haben die Daten anders verteilt. An der Zielgrösse von 35 live begleiteten Filmvorführungen pro Saison halten wir fest. Aber das 21st Century Orchestra, beziehungsweise sein aktueller Veranstalter Alegria, und Pirmin Zängerles City Light Concerts erhalten neu eine ähnliche Anzahl von Filmmusikterminen.»

Die Lage hat sich aus Sicht des KKL entspannt

Zur Erinnerung: In der aktuellen Saison, der ersten, in der die einstigen Partner getrennt agierten, waren die Termine ungleich verteilt. Weil der alte Vertrag mit dem 21st Orchestra über dessen ehemaligen Produzenten Zängerle lief, erbten dessen City Light Concerts die dreissig 21st-Termine für diese Saison. Dem 21st-Orchester selber konnte das KKL lediglich fünf Termine für Filmvorführungen zur Verfügung stellen. Zu wenig, um das Orchester künstlerisch weiterzuentwickeln, meinte Dirigent und Gründer Ludwig Wicki im Gespräch.

Gestrichen wurde in den neuen Verträgen auch das Vetorecht, das Zängerle in dieser Saison gegenüber den 21st-Programmen hatte. Eine konkrete Folge ist, dass das 21st Century Orchestra im Oktober die «Harry-Potter»-Reihe und später auch «Star Wars» weiterführt. Damit hat sich die Situation in Sachen Filmmusik aus Sicht des KKL «völlig entspannt» und ist sehr «positiv», sagt Keller: «Ich bin froh, dass wir eine vertragliche Lösung gefunden haben, die es beiden Parteien ermöglicht, weiterhin Filmmusikprojekte in einer substanziellen Anzahl durchzuführen und mit diesem Format das Programm im KKL für ein breites und auch jüngeres Publikum aufwerten.»

Für das 21st-Orchester «fantastisch»

Das KKL wird die Ausgewogenheit «nicht mit der Strichliste» überprüfen, sondern «interessante Projekte über die Saison hinweg ins Programm integrieren». Gestrichen wird die Exklusivitätsklausel. Beide Veranstalter können in Luzern gezeigte Filme auch an anderen Orten in der Schweiz vorführen. Stärker will das KKL Filmvorführungen wieder für Kombi­angebote nutzen. Zu «Ratatouille», dem ersten Film der City Light Concerts im Dezember, ist ein Kochkurs für Kinder im KKL angedacht.

Was bedeuten die neuen Verträge für die Betroffenen selber? «Das ist für das 21st Century Orchestra fantastisch», freut sich Ludwig Wicki: «Jetzt ist wieder klar, dass das Orchester eine Zukunft hat – zwischenzeitlich war ich mir da nicht immer sicher.» Auch die 15 Termine sind für Wicki «eine stattliche Anzahl – mit einem Überangebot droht man den Markt zu verwässern». Als Beispiele für die angestrebte Qualität der 21st-Programme nennt der Münchner Veranstalter Alegria Klassiker wie «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» und neue Disney-in-Concert-Projekte. Geplant sind auch Uraufführungen wie etwa die Weltpremiere von «The Da Vinci Code» mit der Musik von Hans Zimmer. Der Wegfall der Exklusivitätsklausel ermöglicht weitere Auftritte im Hallenstadion Zürich – in der kommenden Saison mit «The Lord of the Rings».

City-Light-Klassik mit Solisten auf Topniveau

Interessante neue Zukunftsperspektiven hat aber auch Pirmin Zängerle. Fraglich bleibt, wie stark die Reduktion der Filmtermine im KKL seine City Light Concerts trifft – für eine Stellungnahme war Zängerle gestern nicht erreichbar. Aber er hat immer schon seine Programme mit attraktiven Klassikkonzerten ergänzt.

Einen Schritt weiter in diese Richtung geht in der kommenden Saison ein «Beethoven-Fest», das er in Kooperation mit dem Chamber Circle Lucerne durchführt: eine Reihe von vier Konzerten, die sich mit den Solisten Isabelle Faust, Sol Gabetta oder Fazil Say sowie dem Beethoven-Spezialisten Giovanni Antonini auf absolutem Top-Niveau begegnen. Mag sein, das zwei Filmorchester für Luzern eines zu viel sind, aber generell hat Philipp Keller wohl recht, wenn er meint: «Dass im Filmmusikbereich ein Wettbewerb entsteht, dürfte für alle auch ein Vorteil sein.»

Nächste Filmkonzerte im KKL

21st Century Orchestra & Chorus: Jubiläumskonzert (Fr., 24 Mai, 19.30, So., 26. Mai, 18.30) City Light Symphony Orchestra: «From the Earth to the Moon» (1. Juni), «Star Trek» (2. Juni).

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