Stiller Genozid an den Argentiniern

Lesbar Fotografie

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Pablo E. Piovano: The human cost of agrotoxins, Kehrer, 144 S., Fr. 42.–

Die Schwarz-Weiss-Bilder Pablo E. Piovanos dokumentieren, was der Fotograf einen «stillen Genozid» nennt. Seit die argentinische Regierung 1996 den Einsatz von Glyphosat-Herbiziden der Firma Monsanto genehmigte, hat sich die Krebsrate bei Kindern verdreifacht, die Häufigkeit von Fehlgeburten und Geburtsschäden mit ungeklärter Ursache ist dramatisch angestiegen. Piovanos mit mehreren Preisen ausgezeichnete Bilder klagen an, ohne plakativ oder voyeuristisch zu sein.

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Jay Wolke: Same dream another time, Kehrer, 136 S., Fr. 59.–

Hoffen auf ein bisschen Glück

Da sind auf der einen Seite die Spielcasinos mit ihrer pompösen Architektur und ihrem Blendwerk, auf der anderen Seite die ganz gewöhnlichen Menschen, die auf ein bisschen Glück hoffen: Bauarbeiter, Croupiers, Spielsüchtige oder die Kandidatinnen für Miss America. Es sind die Gegensätze, die Jay Wolkes Bilder aufzeigen. Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre fotografierte er in Las Vegas, Reno und Atlantic City und gewährt einen schonungslosen Blick hinter deren Fassaden.

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Thomas Wrede/Günther Kebeck Die eine Ansicht, Kehrer, 104 S., Fr. 34.–

Der Bergsee in der guten Stube

Thomas Wrede fotografiert Sehnsuchtsorte: Die Skyline von San Francisco, den Palmenstrand in der Karibik, einen idyllischen Bergsee. Dank Fototapeten kommen diese Bilderbuchlandschaften in die heimische Stube oder ins Büro, ohne dass man einen Fuss vor die Türe setzen muss. Zwischen Tapete und Interieur entsteht ein spannungsvoller Dialog mit komplexen Bild-im-Bild-Situationen. Ergänzt werden die Fotos mit einen Essay von Günther Kebeck über die Grundlagen der Bildbetrachtung.

Christina Genova