STERNENHIMMEL: Ein Kunstwerk aus lauter Trümmern

Im Monat Juni geizen einige Planeten nicht mit ihren Reizen. Besonders ergiebig sind die zwei Gasriesen Jupiter und Saturn.

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Sonnendurchflutete Bilder vom oberflächlichen Leben – Szene mit Rooney Mara. (Bild: Ascot Elite/PD)

Sonnendurchflutete Bilder vom oberflächlichen Leben – Szene mit Rooney Mara. (Bild: Ascot Elite/PD)

Während wir Erdenwesen das Gefühl haben, alles drehe sich um uns, ist es gerade umgekehrt. Die Erde dreht sich – zum einen um die Sonne und zum andern um sich selbst. Das Resultat dieser doppelten Drehung können wir jede Nacht besichtigen. Die Sterne ziehen über uns hinweg, und peu à peu verändern sich auch die Konstellationen mit den Jahreszeiten. Weshalb es auch nötig ist, für die Beschreibung des Himmelszelts nicht nur den Monat anzugeben, sondern auch Tag und Stunde. So reden wir denn von der Standardbeobachtungszeit und meinen 24 Uhr Sommerzeit zu Monatsbeginn, was 23 Uhr zur Monatsmitte und 22 Uhr am Monatsende entspricht.

Immer noch 1352 Millionen Kilometer Distanz

Blicken wir nun zu dieser Zeit zum Himmel, so fällt hoch im Süden das Sternbild Bootes auf mit dem hellen Arktur. Etwas tiefer und weiter westlich steht die Jungfrau, in ihrer Mitte der Planet Jupiter, abgesehen vom Mond das hellste Gestirn am Himmel. Im Südosten finden wir Saturn. Er ist am 15. Juni in Opposition. Das heisst, er befindet sich gegenüber der Sonne und erreicht zugleich die geringste Entfernung zur Erde. Das sind in seinem Fall immer noch 9,04 Astronomische Einheiten. Eine Astronomische Einheit entspricht dem mittleren Abstand der Erde zur Sonne. In Kilometern ausgedrückt, sehen wir Saturn aus 1352 Millionen Kilometern Distanz.

Trotzdem lässt sich im Tele­skop einiges erkennen. Vor allem die leicht geöffneten, 1656 von Christian Huygens entdeckten Ringe, und die starke Abplattung zu den Polen hin. Sie ist darauf zurückzuführen, dass Saturn ein Gasriese mit relativ kleinem festem Kern ist, der sich in rasantem Tempo dreht. Er rotiert in nur 10,5 Stunden, während er für einen Umlauf um die Sonne 29,46 Jahre braucht. Die Ringe sind vergleichsweise dünn, sie bestehen, wie vorbeifliegende Sonden bestätigt haben, aus einer riesigen Zahl von einzelnen meteoritischen Trümmern, unter ihnen auch etliche grössere Monde. Mindestens 62 Monde sind es nach gegenwärtigem Stand.

Doch zurück zur Erde. Hier geht die Sonne zu Monatsanfang um 05.27 Uhr Sommerzeit auf, am Monatsende zwei Minuten früher. Auch der Sonnenuntergang verschiebt sich nur geringfügig: von 21.13 Uhr zu 21.25 Uhr. Der Grund: Am 21.Juni ist der längste Tag, von da an werden die Tage wieder kürzer. Schliesslich noch dies: Am 9. Juni ist Vollmond, am 24. Neumond.

Rolf App

rolf.app

@tagblatt.ch