Sterbemusik in intimer Fassung

Martin Preisser
Drucken
Teilen

Konzert Joseph Haydn hat seine Komposition «Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze» fünfmal bearbeitet, mit und ohne Text. Der St. Galler Pianist und Dirigent des St. Galler Kammerchores, Niklaus Meyer, hat jetzt eine weitere Fassung erstellt, für Klaviertrio, Sopran und Chor. Anregen liess sich Meyer vor allem auch von der Haydnschen reinen Klavierfassung.

«Das Werk ist ein spezieller Stoff, eine sehr meditative Passionsmusik», sagt der gebürtige Glarner Dirigent. Seine neue Triofassung unterstreiche die kammermusikalische Intimität. «Die Fassung wird farbiger und abwechslungsreicher als die sonst oft gespielte, bisweilen etwas eintönig wirkende Orchesterfassung.» Und Niklaus Meyer fügt hinzu: «Ich glaube, Haydn hätte an dieser Bearbeitung durchaus seine Freude.» Lediglich drei Wochen hat Meyer für seine Klaviertriofassung benötigt. Zugute kam ihm dabei auch seine gute Kenntnis der Kompositionstechnik Haydns bei seinen Klaviertrios. Gespielt wird die Fassung von Paul Giger (Violine), Bettina Messerschmidt (Violoncello) und Marie-Louise Dähler am Hammerflügel. Susanne Seitter (Sopran) singt den einzigen Solopart.

Paul Gigers Improvisationen öffnen die Ohren

Das Konzert des St. Galler Kammerchores präsentiert nicht nur eine neue Fassung von Haydns «Die sieben letzten Worte», sondern mischt unter die klassische Partitur moderne Improvisationen. Paul Giger wird hierbei mit seiner Violine auch auf Haydn selbst reagieren. Die Idee, alter Musik zeitgenössische Klänge beizumischen, öffne beim Publikum die Ohren für beide Stile, ist Niklaus Meyer überzeugt. Haydn werde dadurch auch wie entschlackt. Ein Werk, mit dem Haydn in die Unterwelt geht, und ein beruhigender Bach-Choral ergänzen das innovative Projekt des St. Galler Kammerchores.

Martin Preisser

Sa, 18.3., 19.30 Uhr, St. Mangen, St. Gallen, So, 19.3., 17 Uhr, St. Kolumban, Rorschach