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Starker Auftakt am Lucerne Festival zum Thema «Kindheit»

Statt mit der Übertragung aufs Inseli startet Lucerne Festival im Sommer mit einem Gratiskonzert unter dem KKL-Dach. Dieses eröffnet ein Wochenende, das die Idee des Erlebnistages auf drei Festivaltage ausweitet.
Urs Mattenberger
Nach dem Gratisvorkonzert eröffnen Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra das Festival.LF/Peter Fischli

Nach dem Gratisvorkonzert eröffnen Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra das Festival.LF/Peter Fischli

Jahrelang hatte ich die Besucher auch etwas beneidet, die sich das Eröffnungskonzert des Sommerfestivals auf dem Inseli in Picknickstimmung und bei Kerzenlicht zu Gemüt führen konnten. Klar, im Konzertsaal erlebte man die Musiker live in perfekter Saalakustik. Aber wie sich der «Naturlaut» aus Mahlers erster Sinfonie draussen vor der Leinwand in die reale Naturlautkulisse mischte, musste man sich drinnen künstlich vorstellen.

Damit ist jetzt Schluss. Die Eröffnung dieses Sommerfestivals, das über 120 Veranstaltungen vom 17. August bis zum 16. September bietet, geht neue Wege. Das geht nicht ohne Verlust: Die Inseli-Übertragung wird abgeschafft, weil die beschriebene Idylle oft trog. Bei ­Regenwetter scharten sich da nur wenige Besucher zusammen – zu wenige, um den enormen Aufwand zu rechtfertigen.

Open-Air-Konzert vor dem KKL

Im Gegenzug nutzt das Festival die Umstellung für ein neues Eröffnungskonzept. Dieses bietet nicht nur mit einem Open-Air-Konzert vor dem Eröffnungskonzert des ­Lucerne Festival Orchestra unter Riccardo Chailly einen Ersatz für die Freiluftveranstaltung auf dem Inseli – jetzt unter dem regensicheren Dach des KKL. Es bündelt auch eine Fülle von Veranstaltungen am ersten Wochenende zu einem Auftakt, der quasi die Idee des Erlebnistages auf drei Wochen ausdehnt.

Dazu gehört, dass hier auf ganz unterschiedliche Weise das Festivalthema «Kindheit» aufgegleist wird. Am Eröffnungstag, dem Freitag, 17. August, 16.30, sind im Gratisvorkonzert unter dem KKL-Dach Jugendliche selber die Akteure. Hier spielt das National Youth Wind Orchestra of Great Britain, in dem über 60 Musiker im Alter von 14 bis 21 Jahren mitwirken. Wie die frühere Inseli-Übertragung ist das ein «Ein Konzert für alle», nicht nur, weil der Eintritt frei ist. Familienfreundlich ist der Beginn um 17 Uhr und eingängig das Programm, das zwischen Händels Feuerwerksmusik-Ouvertüre und Bernsteins Sinfonischen Tänzen aus der «West Side Story» weitere Hits englischer Komponisten umfasst – darunter William Waltons Crown-Imperial-Marsch, der zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middle­ton erklang.

Ein Nachteil bleibt, dass man draussen vom Eröffnungskonzert des Lucerne Festival Orchestra ausgeschlossen bleibt. Dieses hat mit dem Solisten Lang Lang (in Mozarts Klavierkonzert in c-Moll) eine besondere Attraktion und läutet mit Strawinskys Feuervogel den Märchenton in den 30 Sinfoniekonzerten ein (18.30 Uhr). Und es ist, wie die Wiederholung vom Sonntag, praktisch ausverkauft.

Neues Jugendorchester-Projekt

Einen ganz neuen Schwerpunkt erhält das «Kindheits»-Thema am Samstag mit der erstmaligen Kooperation mit dem Verein Superar Suisse. Dieser bietet auch Jugendlichen aus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Musikunterricht und die Möglichkeit, im gemeinsamen Musizieren über sich selbst hinauszuwachsen. In Kooperation mit Superar Suisse führt Lucerne Festival erstmals eine Woche vor Festivalbeginn ein Orchestercamp durch, in dem hundert Jugendliche ein sinfonisches Programm erarbeiten. Am Samstag, 18. August, führen sie dieses im Young-Familienkonzert auf (14.30, KKL Konzertsaal). Die Werkauswahl steht für Spass wie für künstlerische Ansprüche – vom Finale aus Beethovens fünfter Sinfonie bis zum Radetzky-Marsch.

Vorgestellt wird das Projekt, das in den kommenden Jahren einen fes­ten Platz im Festival bekommt, an einer Podiumsdiskussion (12.30, Stattkino Luzern). Eine Einstimmung bietet der Film «Kinders» von Arash und Arman Riahi, der Teilnehmer eines musikalischen Förderprojekts für Jugendliche begleitet: beim Musizieren, in ihren Familien und im Gespräch (Samstag, 18., und Sonntag, 19. August, 11.00, Stattkino Luzern, Eintritt frei).

Dichter Start im Kerngeschäft

Das «Kindheits»-Thema zieht sich weiter vom Samstag über den Sonntag und durchs ganze Festival, etwa mit der «Traumland»-Produktion des Figurentheaters Petruschka (Premiere: Samstag, 18. August, 17.00, Pavillon Tribschenhorn). ­Ansonsten startet in dichter Folge das Kerngeschäft des Festivals, mit Sinfoniekonzerten sowie Auftritten der Artiste étoile Sol Gabetta und des Composer in resi­dence Fritz Hauser. Und wer die Ambiance auf dem Inseli nicht missen will, kommt bei der Buvette auf seine Rechnung. Da ist das Festival neuerdings jeden Samstag zu Gast, erstmals am 18. August mit Musikern der Lucerne Festival Alumni (17.00).

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