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Starke Rock-Lektion aus Luzern

Endlich mal wieder eine deftige Gitarren-Band aus Luzern: Tin Shelter Crew heizen die Glut der Rock-Vergangenheit neu auf. Und schärfen auf diese Weise ihren ganz eigenen Sound.
Pirmin Bossart
Tin Shelter Crew mit (von links) Flo Respondek, Simon Gautsch, Christian Winiker und Gregory Schärer. (Bild: PD)

Tin Shelter Crew mit (von links) Flo Respondek, Simon Gautsch, Christian Winiker und Gregory Schärer. (Bild: PD)

Irgendwie schaffen Sie es, den Rock-Spirit der 1960/70er Jahre mit dem melodisch-wüsten Rock-Gestus der 1980/90er Jahre zu verbinden. Es fehlen auch nicht die Energie des Garage-Rocks oder die Roots-Feelings von Blues/Soul. Alles Schubladen, würde Gitarrist Flo Respondek einwerfen. «Natürlich lieben wir solches Zeugs. Aber wir machen einfach unser Ding. Wenn du wie diese oder jene Band klingen willst, kommt es nicht gut.» Sowieso: Am besten spiele man, wenn der Kopf leer sei und keine Gedanken sich einmischten.

Tin Shelter Crew ist eine Band, die man mit gutem Gewissen allen Liebhabern von Rockmusik empfehlen kann. Die Luzerner haben soeben ihre ersten fünf Songs als Digital-EP auf Bandcamp veröffentlicht. Jeder Track zeigt seine eigenen Facetten. Gemeinsam ist ihnen die kraftvolle Aura, das superbe Spiel der Gitarristen Christian Winiker und Flo Respondek, der auf drei Leute verteilte Gesang sowie der Schub der Rhythm-Section mit Gregory Schärer (Bass) und Simon Gautsch (Schlagzeug). Nach dem Auftritt am B-Sides stehen sie nun im Sedel auf der Bühne, wo sie mit zwei befreundeten Bands ihr Album feiern.

Die ganze Freizeit im Proberaum verbringen

Den ersten Auftritt hatte die Band vor zwei Jahren am Rolling-Stones-Abschiedsabend von Henk Bergmans in der Jazzkantine. Christian Winiker spielte früher mit Frenetic Silence (Sprungfeder-Gewinner), einer Band aus dem Raum Sursee. Flo Respondek war ein Tal weiter in Hochdorf mit The Bucket und The Paces aktiv. Während Respondek in die Versenkung abtauchte, war Winiker in den Bands von Martina Linn und Henrik Belden immer mal wieder präsent.

An einer Jam-Night in der Bar 59 lernten sich die beiden Gitarristen kennen und schätzen. Die Gründung einer Band lag in der Luft. Mit Schärer und Gautsch fanden sie die passenden Musiker. Respondek ist glücklich, wie sich die Band zusammengefügt hat. «Ich habe jahrelang gewartet, um solche Leute zu finden. Musiker, die nichts dagegen haben, ihre ganze Freizeit in einem Proberaum zu verbringen. Und die nicht noch in zehn andern Bands sind.»

Die Stücke werden bei Tin Shelter Crew gemeinsam entwickelt. «Am Anfang waren wir eher eine Jam-Band, die auch ellenlange Solis nicht verabscheute. Inzwischen gehen wir länger je mehr Richtung Songs», sagt Winiker. Einen coolen Song als Gerüst zu haben, sei musikalisch definitiv interessanter, als sich in beliebigen Nudeleien zu verlieren. Alle Bandmitglieder liebten Rockmusik, sagt Respondek. «Aber wir denken nicht an bestimmte Vorbilder, wir probieren einfach alles aus. So kristallisiert sich natürlich heraus, was uns wirklich entspricht.»

«Talent nützt nichts, wenn du Handwerk nicht hast»

Wir diskutieren über Talent und Handwerk. Als wir mal einwerfen, The Bucket seien damals extrem talentiert gewesen, reagiert Respondek allergisch. «Du hast vergessen, dass wir Wochen und Monate in unserem Proberaum-Loch verbracht haben. Talent nützt dir nichts, wenn du das Handwerk nicht hast. Es ist harte Arbeit, deine Musik auf den Punkt zu bringen.» Winiker erinnert an eine seiner Lieblingsbands. «Band of Heathens haben das Handwerk auf jeder Ebene intus. Ob Song, Technik, Bandenergie, da stimmt alles.»

Im Sound von Tin Shelter Crew glitzern die Essenzen von grosser Rockmusik: prägnante Riffs und Wechselspiele zwischen melodischen Feinheiten und aufwühlenden Gitarreneskapaden. «Wenn ein Song zu plump werden droht, geben wir ihm eine Wende, damit er spannend und überraschend bleibt. Wir wollen kein 08.15 Material, das würde uns selber langweilen.» Winiker glaubt, dass insbesondere in den Bereichen Rhythmus, Struktur und Sound die Rockmusik noch nicht ausgereizt ist.

Die Jungs, die alle zwischen 28 und 36 sind, machen sich keine Karriere-Illusionen. Winiker: «Mit dem Sound, den wir jetzt machen, kommen wir nicht ins Radio oder in die Hitparade, das ist klar. Aber wir wollen unsere Roots und unseren Sound hier und heute weiterentwickeln. Da ist noch vieles möglich.» Zu den Plänen der Band gefragt, meint Respondek lakonisch. «Was soll ich sagen? Es steht alles offen. Ich sehe keine Grenzen.»

Samstag 7. Juli, Sedel, ab 21 Uhr: EP-Release-Party mit Geons (LU), Edward Bloom (LU), Tin Shelter Crew (LU). Weitere Infos sowie Hörproben zur Band: www.tinsheltercrew.ch

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