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Pop: Eine Kultfigur der 1980er-Jahre ist zurück

In den 1980er-Jahren eroberten Culture Club die Charts mit Hits wie «Do You Really Want To Hurt Me?» oder «Karma Chameleon». Dann löste sich die Band auf. Mit «Life» kehren Boy George und Co. zu alter Form zurück.
Philip Dethlefs (DPA)
Boy George ist zurück. (Bild: BMG)

Boy George ist zurück. (Bild: BMG)

Bestens gelaunt tanzt Boy George an einer Brücke im Londoner Szenestadtteil Notting Hill. Das Outfit ist nicht so bunt wie früher, aber immer noch schrill. Der Hut darf natürlich auch nicht fehlen.

Gemeinsam mit den Bandkollegen von Culture Club und einer bunt gemischten Menschenmenge feiert der 57-Jährige im Video zur Single «Let Somebody Love You» eine Open-Air-Party.

Nicht nur vor der Kamera ist Boy George bestens aufgelegt. Gerade haben Culture Club eine erfolgreiche USA-Tournee absolviert, im November folgt Europa. Jetzt veröffentlichen sie mit «Life» in diesen Tagen ihr erstes Studioalbum seit 19 Jahren.

Multikultureller Mix ist geblieben

«Auf diesem Album zelebrieren wir alles, was wir geliebt haben, als wir Teenager waren», erzählt Boy George begeistert. «In einer Kritik hab ich gelesen: ‹Das Herz von Culture Club schlägt für die 1970er.› Ich denke, das stimmt.» Dass seine Band dennoch mit den 1980er-Jahren assoziiert werden wird, stört ihn nicht.

Hervorgegangen aus der sogenannten New-Romantic-Bewegung, stürmte Culture Club ab 1982 mit Singles wie «Do You Really Want To Hurt Me?» und «Karma Chameleon» weltweit die Hitparaden. Dabei liess sich das Quartett mit dem multikulturellen Mix aus Pop, New Wave, Reggae und Soul nie auf ein Genre festlegen. Dem sind die Londoner treu geblieben. Die Stimme ist etwas tiefer und rauer, das Tempo haben Culture Club ein wenig gedrosselt.

Davon abgesehen klingen die Briten fast wie früher. «Meine Natur ist dieselbe», sagt Boy George. «Ich bin ein Optimist.» Das ist auf dem Album hörbar. Sei es die lässige Tanznummer «Bad Blood», die karibischen Rhythmen von «Human Zoo» oder mehrere klassische Soulnummern: «Life» ist ein Gute-Laune-Album.

Und hier die ganze Band. (Bild: BMG)

Und hier die ganze Band. (Bild: BMG)

Bestes Beispiel ist «Runaway Train», ein spassiger musikalischer Roadtrip durch die USA, geschrieben auf einer Solotournee durch das Land, als der Präsident noch Barack Obama hiess. «Michelle Obama, du kennst meinen Namen», singt George. «Ich fand das lustig und hab mich gefragt, ob sie wohl weiss, wer ich bin.» Eine Neuaufnahme mit Soulsängerin Gladys Knight könnte Aufklärung bringen. «Gladys singt den Song jetzt, und sie ist mit ­Michelle Obama befreundet.»

Auf Twitter zeigt er seinen Humor

Dass Boy George Humor hat, beweist er auf Twitter, wo er Beiträge anderer Nutzer kommentiert. «Meine Kollegen sind schockiert, dass ich Boy George nicht kenne», schrieb kürzlich ein Nutzer. Der Sänger antwortete: «Ich hab von dir auch noch nie gehört.» Täglich ist er auf Twitter aktiv und tritt direkt in den Dialog. «Naja, es heisst ja soziales Netzwerk», lacht er, «nicht asoziales Netzwerk.» Viele Künstler nutzten das Internet nur für PR. «Ich finde es toll, dass ich jemandem in der Mongolei oder in Japan einen Geburtstagsgruss schicken kann.»

Sein Privatleben behält er mittlerweile für sich, anders als in den 1980ern. Seine zerbrochene Liebesbeziehung mit Schlagzeuger Jon Moss sorgte für viele Schlagzeilen im britischen Boulevard und führte letztlich wohl auch zur Auflösung der Band.

Trotzdem fanden Culture Club, komplettiert durch Gitarrist Roy Hay und Bassist Mikey Craig, immer wieder zusammen. Und Boy George ist offenbar mit sich im Reinen. Die dunklen Zeiten – Drogenexzesse und Konflikte mit dem Gesetz – sind Vergangenheit. «Heute achte ich besser auf mich selbst», sagt er. «Wenn ich Fehler mache, stehe ich dafür ein. Ich bin mir heute bewusst, wie ich mich benehme – anders als früher, als ich ein junger Mann war.»

Culture Club: Life (BMG). Ab morgen im Handel. Live: 30.11. Zürich, Komplex 457.

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