St. Galler Kunst im Überfluss

Wo früher Pferdesättel gelagert wurden, präsentieren einundzwanzig St. Galler Kunstschaffende ab heute bezahlbare Kunst in Hülle und Fülle. Für nur drei Tage öffnet die Sattelkammer des Dachateliers ihre Tür und lädt zu einer «Mittleren Kunstvergiftung» ein.

Christina Genova
Merken
Drucken
Teilen
Kunst für Zwei- und Vierbeiner findet sich im St. Galler Dachatelier. (Bild: Coralie Wenger)

Kunst für Zwei- und Vierbeiner findet sich im St. Galler Dachatelier. (Bild: Coralie Wenger)

ST. GALLEN. Eine «mittlere Kunstvergiftung» wurde angekündet. Und tatsächlich, wenn die Menge das Gift ausmacht, so ist in der Sattelkammer des Dachateliers Kunst im Überfluss vorhanden. Einundzwanzig Kunstschaffende aus St. Gallen und Region stellen für drei Tage ihre Werke aus, eingeladen von der Künstlerin und Gastgeberin Harlis Schweizer.

Mehr Gift, bitte

Dass Vergiftungserscheinungen beim Betrachten der Ausstellung ausbleiben, hat damit zu tun, dass die Arbeiten grösstenteils gesittet an den Wänden hängen und zumeist kleine Formate aufweisen. Bedingt ist dies durch die Vorgabe, dass der Verkaufspreis der Arbeiten 500 Franken nicht überschreiten sollte. Dies hat den reizvollen Aspekt, dass man von Künstlern wie Andrea Corciulo, die man vor allem als Maler kennt, neue Seiten entdeckt. Von ihm sind hintergründige Collagen im Postkartenformat zu sehen. Miniaturen im ähnlichen Format findet man auch von Nadja Häfeli oder Rahel Flückiger.

Die St. Galler Kunstszene präsentiert sich in ihrer ganzen Vielfalt, von bekannten Namen wie Hans Schweizer, Marlies Pekarek oder Andrea Vogel bis zu Neuentdeckungen wie Domenic Lang mit seinem aus Legosteinen zusammengesetzten Kolosseum oder Jayn Edmanski mit ihrer Installation aus Metall, Stoff und Spiegelglas.

Leider ist die Sattelkammer, wo früher tatsächlich das Fuhrunternehmen Guyer die Pferdesättel lagerte, kein idealer Raum für Ausstellungen; auch die Beleuchtung lässt zu wünschen übrig. Deshalb hätte der Ausstellung etwas mehr Gift gutgetan.

Vernissage heute Mittwoch ab 19 Uhr; Do/Fr 19–21 Uhr.