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St. Galler Bach erobert Facebook

Die St. Galler J. S. Bach-Stiftung hat sich als zweitbeliebteste Facebook-Seite der Schweiz einen Award geholt. Weltweit tauscht man sich über die Arbeit der Stiftung aus. Die Community wächst besonders stark in Lateinamerika.
Martin Preisser
Mehr als eine Viertelmillion Musikfans informieren sich via Facebook über die St. Galler J. S. Bach-Stiftung. (Bild: Facebook)

Mehr als eine Viertelmillion Musikfans informieren sich via Facebook über die St. Galler J. S. Bach-Stiftung. (Bild: Facebook)

Klassische Musik ist keine verstaubte Angelegenheit. Und die Musik Johann Sebastian Bachs bewegt weltweit Musikfans im Internet. Seit vier Jahren nutzt die St. Galler J. S. Bach-Stiftung soziale Medien, um über ihre Arbeit global zu informieren. Jetzt hat sie einen vom Schweizer Software-Unternehmen Beecom (www.beecom.ch) vergebenen Award gewonnen. 77 Schweizer Firmen waren für den Wettbewerb nominiert. Bei der Publikumswahl haben über 10 000 Fans für die Bach-Stiftung gevotet und sie damit vorbei an vielen bekannten Schweizer Marken auf Platz zwei gebracht.

Über 1,7 Millionen Aufrufe

Insgesamt 25 Jahre dauert das Projekt der von Ex-Wegelin-Bankier Konrad Hummler mäzenatisch betreuten Stiftung. Unter Leitung von Rudolf Lutz werden alle Kantaten von Bach aufgeführt. Jede Aufführung in Trogen wird auf CD, DVD und iTunes veröffentlicht, zehnminütige Häppchen werden auf Facebook und YouTube gestellt. 268 000 Fans verfolgen aktuell die Arbeit der Bach-Stiftung auf Facebook. Über 1,7 Millionen Aufrufe der St. Galler Bach-Kantaten gibt es auf YouTube. Daniel Knus betreut als Social Media Manager den Internetauftritt der Stiftung. Er tut es ehrenamtlich und wendet dafür monatlich zwei Tage auf. «Erfolg in Social Media kann man nur haben, wenn der Inhalt stimmt», sagt Knus. Die hochkarätigen Interpretationen der Bach-Kantaten fesselten die Musikfans im Netz, weltweit. Wichtig sei für den Web-Erfolg auch die Betreuung der User: «Wir pflegen weltweit einen intensiven Dialog mit unseren Fans und Followern.» Jeder Kommentar im Netz werde von der Bach-Stiftung beantwortet, auf Deutsch, Englisch und immer mehr auf Spanisch, berichtet Knus.

Auch Konrad Hummler, Initiant und Präsident der Bach-Stiftung, ist begeistert über den Web-Erfolg. «Für mich ist das fast eine Übererfüllung der Ziele, die ich mit diesem Projekt verfolge.» Er staunt vor allem über die geographische Verteilung der Fan-Community.

Folge der Evangelisation

Schwerpunkt der virtuellen Bach-Gemeinde ist nicht etwa der deutschsprachige Raum. Die am schnellsten wachsende Gruppe sind Bach-Fans aus Kalifornien, Mexiko und Brasilien. Alleine in Mexiko verfolgen über 20 000 Menschen die Arbeit der St. Galler Bach-Stiftung. Konrad Hummler hat dafür eine überraschende Erklärung: «Zur Zeit gibt es eine starke Evangelisation, die von Nordamerika kommend Lateinamerika erreicht. Da gibt es wahrscheinlich ein erhöhtes Bedürfnis nach protestantischer Kirchenmusik.»

Einen weiteren Grund, warum Bach in Lateinamerika so gut ankomme, sieht Hummler in der jungen, tänzerischen und undogmatischen Art der Bach-Interpretation von Dirigent Rudolf Lutz. Den Erfolg in Social Media will Hummler jetzt auch kommerziell nutzen. Ab Ostern will man auf Streaming setzen. Bach-Fans können sich dann auf einer kostenpflichtigen Seite Musik für einen begrenzten Zeitraum und für eine geringe Gebühr anhören und ansehen. «Wir hoffen, dass mindestens ein Prozent der Viertelmillion Facebook-Freunde die Bezahlplattform nutzen wird», sagt Konrad Hummler.

Überraschend viel Ältere im Netz

Im Internet wird der St. Galler Bach nicht nur gehört, sondern auch eifrig kommentiert. Und auffällig viele ältere User machen einen nicht unerheblichen Teil der Community aus. «Es gibt weltweit viele gebildete Bach-Fans, die mit uns über Tempo- und Interpretationsfragen diskutieren», erzählt Hummler.

www.bachstiftung.ch www.facebook.com/bachstiftung www.youtube.com/bachstiftung www.twitter.com/bachstiftung

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