Spurensicherung mit Pitteloud

ST. GALLEN. Das Kunstmuseum St. Gallen präsentiert mit «Working Title» die erste Einzelausstellung von Annaïk Lou Pitteloud in der Deutschschweiz. 2016 wird ihr der Manor-Kunstpreis Lausanne verliehen.

Merken
Drucken
Teilen

ST. GALLEN. Das Kunstmuseum St. Gallen präsentiert mit «Working Title» die erste Einzelausstellung von Annaïk Lou Pitteloud in der Deutschschweiz. 2016 wird ihr der Manor-Kunstpreis Lausanne verliehen. Pitteloud ist mit radikal reduzierten Werken aufgefallen: In der Arbeit OUT (2012) ist eine handelsübliche SIM-Karte auf einem Sockel unter einer Plexiglashaube plaziert. Die gesendete und auf der SIM-Karte gespeicherte Nachricht bleibt verborgen. Einzig in der Bezeichnung der Technik wird ihre Existenz erwähnt, doch der Zugang zur Nachricht bleibt dem Betrachter verwehrt.

Der Name «Working Title» (Arbeitstitel) verweist auf die gängige Bezeichnung eines noch nicht abgeschlossenen Werks, was meist kursiv und in Klammern gesetzt wird. Häufig deuten Wortteile in runden Klammern auf Verkürzungen, Zusammenfassungen oder Alternativen hin. Die Werke von Annaïk Lou Pitteloud verweisen oft auf eine abstrakte Spurensicherung und hinterfragen auf augenzwinkernde Art die Wechselbeziehung zwischen Wahrnehmung und Bedeutung von Kunst. (pd)

Fr, 6.11., 18.30 Uhr, Vernissage, Kunstmuseum; bis 20.3.2016