Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Spitzenklasse aus Israel

Lesbar Krimis

NOIMAGE

Dror Mishani: Die schwere Hand. Zsolnay, 288 S., Fr. 33.--.

Was macht den perfekten Krimi aus? Dass er Spannung bietet und berührt. Beides erfüllt das neue Buch des Jerusalemer Literaturprofessors Dror Mishani in bester Manier. Es ist der dritte Fall seines Ermittlers Avi Avraham. Eine ältere Frau ist getötet worden. Besonders brisant ist, dass diese vor Jahren Opfer einer Vergewaltigung war. Ist der Mörder im Umfeld des verurteilten Täters zu ­suchen? Seltsamerweise war zur Tatzeit ein Mann in Polizeiuniform bei der Ermordeten. Avraham kämpft sich durch den komplexen Fall, aber auch durch die Beziehungskrise mit seiner Freundin. Diese eskaliert, als deren Eltern zu Besuch kommen.

Parallel dazu wird von einem Elternpaar erzählt. Die Frau leidet darunter, dass der Mann sich seltsam verhält und ihr gegenüber verschliesst. Dahinter steckt ein düsteres Geheimnis.

Dass die beiden Handlungsstränge zusammenlaufen, ist von Anfang an klar. Doch welches die Verbindung ist und wie Avraham und sein Team allmählich dahinterkommen, packt mitsamt der psychologischen Tiefenschärfe extrem. Kommt hinzu, dass Mishani immer wieder kleine Cliffhanger einbaut, welche die Spannung konstant hoch halten. Und im Stile kühner Filmschnitte macht er oft kleine Zeitsprünge vor oder zurück, ohne dass der Lesefluss gestört wird. Das ist ­erzählerisch herausragend.

NOIMAGE

Megan Miranda: Tick Tack.

Penguin. 423 S., Fr. 23.--.

Rückwärts erzählt

Ein interessantes Experiment unternimmt US-Autorin Megan Miranda in ihrem neuen Thriller: Sie erzählt diesen über 15 Tage rückwärts. Protagonistin Nic kommt nach zehn Jahren in ihr Heimatstädtchen zurück. Damals verschwand ihre beste Freundin spurlos. Nun will sie heraus­finden, was damals wirklich geschah, auch wenn sie im engsten Familien- und Freundeskreis ­suchen muss. Doch dann verschwindet erneut eine junge Frau.

Die Story hat ihren Reiz, ebenso die Erzählanlage, die an den Film «Memento» von Christopher Nolan erinnert. Doch im Gegensatz dazu ist sie nicht ganz plausibel. Dass die Details zur Auflösung rückwärts gelüftet werden, mindert die Glaubwürdigkeit der Erzählperspektiven: Die Protagonistin etwa «weiss» zu späteren Zeitpunkten weniger als zu früheren. Auch gibt es etliche Wiederholungen in der ohnehin recht umfangreichen Story.

Arno Renggli

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.