Spiel in Kunst und Leben

DVD Der Titel «Die Wolken von Sils Maria» bezieht sich auf ein seltenes Wetterphänomen, das im frühen Herbst im Engadin zu beobachten ist.

Andreas Stock
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Bild: Andreas Stock

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Der Titel «Die Wolken von Sils Maria» bezieht sich auf ein seltenes Wetterphänomen, das im frühen Herbst im Engadin zu beobachten ist. Sils Maria und das Engadin sind denn auch Schauplatz der ersten Hälfte des vielschichtigen Films des französischen Regisseurs Olivier Assayas – auch wenn nicht alle Szenen dafür in der Schweiz, sondern teils in Österreich gedreht wurden. Im Zentrum der Handlung steht die renommierte Schauspielerin Maria Enders, die sich mit ihrer Assistentin nach Sils zurückgezogen hat, um für ein Theaterstück zu proben. Enders hat sich überreden lassen, die Rolle einer älteren Frau im Stück zu spielen, mit dem sie einst berühmt wurde – allerdings in der Rolle der jungen Kontrahentin. Assayas entwirft ein intelligentes, doppelbödiges Spiel um Realität und Spiel, eine ironische Reflexion über das Rollenspiel in der Kunst und im Leben. Das spiegelt sich auch in den Images, die seine Protagonistinnen in den Film einbringen: Juliette Binoche, Hollywoodstar Kristen Stewart und die Newcomerin Chloë Grace Moretz.

Die Wolken von Sils Maria, F/CH 2014, R: Olivier Assayas, D: Juliette Binoche, Kristen Stewart, Chloë Grace Moretz, Lars Eidinger; Impuls

Rauschhafte Wendezeit

Der 51jährige Andreas Dresen, der mit herausragenden Filmen wie «Halt auf freier Strecke» oder «Halbe Treppe» zu den wichtigen deutschen Filmemachern seiner Generation zählt, schlägt mit diesem intensiven Jugenddrama einen anderen Ton an: Lauter, ungestümer und aggressiver ist seine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Clemens Meyer. Darin geraten fünf Leipziger Jugendliche in den Wendejahren in ein gesellschaftliches Vakuum; dieses ist wie geschaffen für sie, die hungrig nach dem Leben und den neugewonnenen Freiheiten sind. Es gibt drastische Momente in «Als wir träumten», aber auch Szenen von Zärtlichkeit und stiller Intimität. Die Kraft der Anarchie, die von den Jugendlichen ausgeht, treibt den Film an. Diese Energie nährt sich auch direkt aus der Kraft seiner unverbrauchten jungen Darsteller – unter ihnen der Schweizer Joël Basman.

Als wir träumten, D 2014, R: Andreas Dresen: D: Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joël Basman, Marcel Heupermann, Frederic Haselon, Ruby O. Fee; Impuls

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