Morgen in der ZeitungVom Rande mitten ins Herz

Vor 25 Jahren konnte in St. Gallen dank dem Engagement von Privaten das Museum im Lagerhaus eröffnet werden. Bis heute ist es neben der Lausanner Collection de l'Art Brut das einzige Schweizer Museum, dass sich auf Naive Kunst und Art Brut spezialisiert hat. Die Jubiläumsausstellung wurde gestern eröffnet.

Christina Genova
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Eine Betonplastik von Ulrich Bleiker in der Jubiläumsausstellung im St. Galler Museum im Lagerhaus. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eine Betonplastik von Ulrich Bleiker in der Jubiläumsausstellung im St. Galler Museum im Lagerhaus. (Bild: Hanspeter Schiess)

Sie sind Strafgefangene, Psychiatriepatienten, oder geistig Behinderte. Sie leben am Rande der Gesellschaft und haben nie eine Kunsthochschule besucht. Und doch berühren uns die Werke von Aussenseiterkünstlern wie Hans Krüsi, Karl Uelliger, Ulrich Bleiker oder Aloïse Corbaz und treffen uns mitten ins Herz.

Seit 25 Jahren haben diese aussergewöhnlichen Künstler mit ihren besonderen Lebensgeschichten Im St.Galler Museum im Lagerhaus eine künstlerische Heimat gefunden. Die Jubiläumsausstellung zeigt die reiche Palette der Aussenseiterkunst in der Schweiz: Die Genfer Künstlerin Linda Naeff stellt Collagen aus Nussschalen und verschrumpelten Kartoffeln her, Giuseppe Giavarini schuf filigrane Skulpturen aus Brot und Ton, Emma Widmer-Gass ist mit einem grossformatigen Stickteppich vertreten, der fliegende Hunde im Weltall zeigt.

Neben "Klassikern" der Aussenseiterkunst wie Adolf Dietrich und Adolf Wölfli lassen sich in der Ausstellung auch Neuentdeckungen machen, zum Beispiel die suggestiven Bilder der afrikanisch stämmigen Pauline Ingold oder die wilden Malereien von Ida Buchmann, die in der psychiatrischen Klinik Königsfelden entstanden sind.

Was schätzt Museumsleiterin Monika Jagfeld besonders an "ihren" Künstlerinnen und Künstlern? "Ich bewundere, es wie sie unter den widrigsten Bedingungen - ohne Atelier, ohne Material und ohne Geld - aus dem Nichts heraus kreativ tätig werden." Doch was ist überhaupt unter Aussenseiterkunst zu verstehen? Und wie positioniert sie sich im heutigen Kunstbetrieb?

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 27. März.

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