Soundtrack für Fischer-Drama

Es ist eine dramatische Geschichte, die sich in «Terje Vigen» abspielt. Der schwedische Stummfilm spielt Anfang des 19. Jahrhunderts und erzählt vom Fischer Terje, der seine Familie vor dem Hungertod retten will und dafür im Gefängnis landet.

Andreas Stock
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Es ist eine dramatische Geschichte, die sich in «Terje Vigen» abspielt. Der schwedische Stummfilm spielt Anfang des 19. Jahrhunderts und erzählt vom Fischer Terje, der seine Familie vor dem Hungertod retten will und dafür im Gefängnis landet. Viktor Sjöström, Regisseur und Hauptdarsteller, setzt das Drama nach einem Gedicht von Henrik Ibsen expressionistisch ins Bild. Eine reizvolle Herausforderung für Mike Sheridan und Patrick Kessler. Der dänische Techno-Musiker und der Appenzeller Bassist erschaffen am Freitag live zum einstündigen Werk einen ebenso kraftvollen Soundtrack. Es wabert und wummert dunkel; nicht nur Sheridan nutzt Regler und Elektronik für seine Klänge, auch Kessler manipuliert so die Geräusche seines Kontrabasses; er reibt über die Oberfläche, klemmt die Saiten ab.

Ihr stürmischer Klangvorhang, mal perkussiv getrieben, mal auch an Walgesänge erinnernd, lässt einem wie die tragische Handlung kaum einen Moment der Ruhe.

Zum fünftenmal wurde das Nordklang-Festival mit einem nordischen Film eröffnet. Und zum zweiten Mal erhielt ein Stummfilm eine Live-Vertonung durch eine nordisch-helvetische Kollaboration. Dieses Jahr ist man vom Kinok in einen Theatersaal in der Lokremise ausgewichen, um für alle Besucher Platz zu haben. «Fortsetzung folgt», stand jeweils zwischen den Kapiteln des Films. Fortsetzung sehr erwünscht, lässt sich über diese schöne Zusammenarbeit zwischen Kinok und Nordklang-Festival sagen.

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