Soloauftritt

Igor Keller Geiger Herr Keller, als neuer Konzertmeister des Sinfonieorchesters haben Sie jetzt auch einen Soloauftritt bei den St. Galler Festspielen.

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Igor Keller Geiger

Herr Keller, als neuer Konzertmeister des Sinfonieorchesters haben Sie jetzt auch einen Soloauftritt bei den St. Galler Festspielen.

Es ist eine einmalige Chance, Solomusik, die ich besonders liebe, zu präsentieren. Ich freue mich darauf, auch wenn der Soloabend eine rechte Herausforderung ist.

Inwiefern?

Ein solches Rezital ist für mich Neuland. Vom Programm her verlangt es wegen der polyphon gedachten Musik für ein Instrument, das nicht polyphon ist, eine ganz spezielle Technik.

Der Abend bietet die Gelegenheit, Sie hautnah kennenzulernen.

Ja, auch wenn das Solospiel nur ein Aspekt meines Musizierens ist. Vom Soloabend kann man nicht automatisch auf den Konzertmeister oder den Kammermusiker Igor Keller schliessen.

Sie spielen neben Bach auch die «Passacaglia» von Heinrich Ignaz Franz Biber.

Biber war der erste Komponist, der die Violine solistisch behandelt hat. Die «Passacaglia» ist das letzte Stück seiner Rosenkranz-Sonaten. Es ist gleichzeitig polyphon virtuose, aber durchaus auch spirituelle Musik.

Sie werden Alte Musik auf einer modernen Geige interpretieren. Darf man das überhaupt noch?

Bei Bach ist nicht das Stilistische das Wichtigste, auch wenn ich natürlich offen bin für die historische Aufführungspraxis. Aber ich bin eher von Lehrern der klassischen Schule geprägt, die bei Bach mehr auf die einmalige Kombination von Struktur und Emotionalität Wert gelegt haben als auf allzu strenge Stilfragen. Bach ist absolute Musik. Über den Stil muss man eher bei Biber nachdenken, der ein deutliches Kind seiner Epoche ist.

Interview: Martin Preisser

Mi, 29.6., Schutzengelkapelle, 19 Uhr. www.stgaller-festspiele.ch

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