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Solisten mit Sinfonieorchester in Hochform

Fünf junge Solistinnen und ein Solist fanden im Luzerner Sinfonieorchester ideale Begleitung. Von Mozart bis in die Moderne reichten die facettenreichen Interpretationen.
Gerda Neunhoeffer
Der Oboist Andrey Cholokyan stach unter den Solisten besonders heraus. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 19. Juni 2018)

Der Oboist Andrey Cholokyan stach unter den Solisten besonders heraus. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 19. Juni 2018)

Wenn man als junger Solist zusammen mit dem Luzerner Sinfonieorchester im Konzertsaal des KKL auftreten kann, hat man das grosse Los gezogen. So flexibel in Klang und Dynamik, so stilsicher in allen Epochen, gibt dieses Orchester jedem Solisten die Sicherheit und gleichzeitig Freiheit, seine ganz eigene musikalische Auffassung auszuleben. Das war am Dienstagabend besonders eindrucksvoll, da gleich sechs Hochschulstudenten ihren Auftritt hatten. Sie alle vervollkommnen ihre Studien in Solo Performance an der Musikhochschule Luzern, sie alle haben schon Preise gewonnen und zeigten nun vor zahlreichen Zuhörern ihre Musikalität.

Es war ein langer Konzertabend, abwechslungsreich und stets getragen vom Orchester, das hoch konzentriert spielte. Und das, obwohl am nächsten Tag die Asien-Tournee des Orchesters begann. Aber das Spitzenorchester meisterte diesen Hochleistungsparcours mit Bravour. Zwei Flötistinnen, zwei Pianistinnen, eine Sängerin und ein Oboist gaben spannende Einblicke in ihr Können. Souverän, technisch perfekt und musikalisch reif sind sie bereits alle.

Jeder Ton wird ausgekostet

Mit Mozarts Konzert für Flöte und Orchester Nr. 2 D-Dur KV 314, dem man nicht anmerkt, dass Mozart die Flöte eigentlich nicht mochte, begann das Konzert. Julia Köhl (Klasse Pirmin Grehl/Sarah Rumer) gestaltete den Solopart klar artikuliert, der Dialog mit dem hier klein besetzten ­Orchester wurde klangvoll ausgereizt, und in den Kadenzen verband die Flötistin glanzvolle Virtuosität mit schwebenden Kantilenen. Es gab fein ausgespielte Echowirkungen, die vom Orchester genau übernommen wurden, und lustvoll tänzerische Opernanklänge im Rondo. Die Sopranistin Lucia Kanková (Klasse Barbara Locher) war mit zwei Arien vertreten. Einmal sang sie das «Lied an den Mond» aus Dvoráks «Rusalka», ausdrucksstark begleitet vom Orchester, dann die Arie «Ah! Tardai troppo» aus Donizettis Oper «Linda di Chamounix». Da konnte sie alle Facetten ihrer silbrigen Stimme zeigen, mühelos gelangen ihr die Koloraturen und Verzierungen, lebhaft dem Publikum zugewandt spielte sie auch ihr Schauspieltalent aus.

Die Flötistin Yu-Hsuan Kuo (Klasse Pirmin Grehl) begeisterte mit höchst variablem Ton in Carl Reineckes Ballade g-Moll, aus dem dunklen Beginn mit Pauken und Horn entwickelte sie die hochromantischen Themen zart und weich. Aus innerster Empfindung spielte sie auch die Ballade von Frank Martin, kostete jeden Ton voll aus, und die virtuosen Läufe klangen so durchsichtig wie golden leuchtend: eine grandiose Interpretation über dem wunderbaren Klangteppich des Orchesters.

Grossartiges Zusammenspiel

Mit dem ersten Satz aus Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll setzte Marija Bokor (Klasse Konstantin Lifschitz) ihr kraftvolles Spiel in Szene. Aber nicht nur die gewaltigen Akkordfolgen spiegelten sich in der Spannung mit dem Orchester, auch die leisen Töne gelangen ihr mit differenziertem Anschlag hervorragend. Anna Zaychenko, die auch bei Lifschitz studiert, interpretierte das Schumann-Klavierkonzert a-Moll.

Und weil das Orchester auch um die späte Stunde noch voller Energie und Klangschönheit spielte, James Gaffigan die Musik jeder Verzögerung im Klavier anpasste, war das Zusammenspiel grossartig. Die Solistin traf die Stimmungen des Konzertes einfühlsam, und wie die Oboe Melodien übernahm oder die Celli im zweiten Satz ihre Instrumente singen liessen, war zauberhaft.

Ganz besonders stach der Oboist Andrey Cholokyan (Klasse Ivan Podyomov) mit dem Konzert für Oboe und Orchester, 1952 komponiert von Bernd Alois Zimmermann, aus dem Solistenreigen heraus. Nicht, weil er der einzige Mann war, sondern weil sein Spiel derart mitreissend, organisch, unvergleichlich im Klang ist, dass dieses Konzert mit seiner Zwölftonreihe und Dissonanzen zu einem Höhepunkt wurde.

Der Einfluss Strawinskys war hörbar, und Solist und Orchester lieferten ein rhythmisch verzahntes Miteinander, in dem sie die vielschichtigen Klangfarben von atonal bis impressionistisch exemplarisch ausmalten. Alle Solisten wurden vom Publikum zu Recht mit langem Beifall bedacht.

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