Skurriler Sommer im Bad Maulbronn

Das Ziel dieser Badereise ist kein überfüllter Sandstrand am Mittelmeer. Und der Zweck schon gar nicht das Baden. Der schrullige Missgeburten-Spezialist Katzenberger reist mit seiner Tochter Theoda ins Bad Maulbronn.

Beda Hanimann
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Focus - Lesen - Paul (Bild: Beda Hanimann)

Focus - Lesen - Paul (Bild: Beda Hanimann)

Das Ziel dieser Badereise ist kein überfüllter Sandstrand am Mittelmeer. Und der Zweck schon gar nicht das Baden. Der schrullige Missgeburten-Spezialist Katzenberger reist mit seiner Tochter Theoda ins Bad Maulbronn. Er, um einen missliebigen Rezensenten «beträchtlich auszuprügeln und ihn dabei mit Schmähungen an der Ehre anzugreifen», sie, um einen angehimmelten Bühnenautor kennenzulernen. Der deutsche Schriftsteller Jean Paul (1763–1825) erzählt in «Dr. Katzenbergers Badereise» von 1808 in wunderbar ironischem Ton, in einer Sprache mit langem Atem und voller Anspielungen, wie die beiden in den paar Juli-Wochen Anfang des 19. Jahrhunderts ihren Geschäften nachgehen. Herrlich skurril, herrlich poetisch, ein einziges Sommerlesevergnügen.

Jean Paul: Dr. Katzenbergers Badereise. Reclam 1986, 212 S., Fr. 11.90