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Skurrile Begebenheiten spannend erzählt

Lesbar Literatur
Mario Andreotti

René Regenass Vögel fliegen nicht geradeaus. Erzählungen, OSL-Verlag, 238 S., Fr. 24.-

In seinem neuesten Buch legt René Regenass eine Sammlung von Erzählungen und Kurzgeschichten vor, die skurriler nicht sein könnten. Da ist beispielsweise der «Spassvogel», der sich an der Landesgrenze «zwischen den Schlagbäumen» zweier Länder im «Niemandsland» niederlässt und schliesslich, nachdem er sich konsequent geweigert hat, seinen Ort zu verlassen, in einem von ihm selber ausgehobenen Graben spurlos verschwindet. Und da ist der sonderbare Fremde, der in einem mysteriösen, für den Erzähler unerklärlichen Kontakt mit einem Bach steht. Und da ist auch die Geschichte vom Autofahrer, der auf seiner Fahrt eine befremdliche Gestalt, die «wie aus dem Nichts» aufgetaucht ist, mitnimmt und sie bis zum Eintreffen der Polizei nicht mehr loswird. Häufig sind es Gestalten am Rande der Gesellschaft, die auf eine fast unheimliche Weise ins scheinbar gesicherte Leben der übrigen Menschen einbrechen. Auffallend dabei der kunstvoll gemachte, überraschende Schluss der Geschichten.

Nicolas Eyer Kamikochi. Eine ­Geschichte aus Japan. Mit einem Nachwort. Edition Signathur, 94 S., Fr. 21.-

Was ist Realität, was Fiktion?

Nicolas Eyer entführt uns in seiner Liebesgeschichte in die Welt der altjapanischen Mythen, an einen Kurort im Kamikochi-Tal, in dem verschiedenste Naturgeister, allen voran die Kappas, eine Art Wassergeister, hausen sollen. Reiser, ein Schweizer, kommt zum wiederholten Mal ins Kamikochi-Tal, um hier Urlaub zu ­machen. Im Hotel begegnet er einem Ehepaar, das ebenfalls aus der Schweiz stammt. Es sind Friedrich Kägi und seine japanische Frau Yuki. Zwischen Reiser und Yuki entspannt sich in der Folge eine immer tiefere Freundschaft, die allmählich in eine Liebesbeziehung übergeht und in einer gemeinsamen Nacht endet. Die Beziehung zwischen den beiden bleibt von Kägi nicht unentdeckt. Der Schluss der Erzählung ist – ein kluger Kunstgriff des Autors – offen: Reiser trifft im Wald auf Kägi, der plötzlich «neben ihm stand», und beide verschwinden dann ebenso schicksalhaft, ja geheimnisvoll, wie sie einander begegnet sind. Eine Erzählung, in der Realität und Fiktion durcheinandergeraten.

Mario Andreotti

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