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Das Panorama Dance Theater tanzt mit Lastwagenschläuchen

Lastwagenschläuche sind die einzigen Requisiten in der neuen Produktion des St.Galler Panorama Dance Theaters. Mal sind sie schützender Kokon, mal beengendes Gefängnis.
Christina Genova
Lastwagenschläuche als einzige Requisite. (Bild: PD/Ann Katrin Cooper)
Diane Gemsch, Laura Garcia Aguilera und Tobias Spori. (Bild: PD/Pierre Lippuner)
Laura Garcia Aguilera gewinnt an Raum. (Bild: PD/Pierre Lippuner)
Kraftvoller, physischer Tanz. (Bild: PD/Flavio Ferrari)
4 Bilder

Das Panorama Dance Theater tanzt mit Lastwagenschläuchen

Einer fällt aus dem schützenden Kokon. Es gibt keine Rückkehr ins schlauchige, weiche Nest, an dem alle äussere Unbill abprallt. Der Gefallene reiht sich ein. Er wird Teil der uniformen Masse von Gestalten, die sich im schummrigen Licht dem ­Boden entlangwinden und voranschieben.

«Big Bird», die neue, achte Produktion des Panorama Dance Theater um Ann Katrin Cooper und Tobias Spori aus St. Gallen spielt in einer düsteren Welt. Die zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer (Laura Garcia Aguilera, Diane Gemsch, Richard Mascherin, ­Tobias Spori) schwanken zwischen dem Drang nach Freiheit und der Angst, sich ohne schützende Ringe fortzubewegen. LKW-Schläuche sind die einzigen Requisiten. Durch ihren fantasie­vollen Einsatz gelingt es, prägnante Metaphern zwischen ein­engendem Gefängnis und abschirmender Hülle zu schaffen. Zwischen diesen Polen gibt es im rund 45 Minuten dauernden Stück wenig Entwicklung. Eher befremdlich wirkt der Versuch, das Publikum direkt anzusprechen und ins Geschehen auf der Bühne einzu­beziehen.

Die Tänzer wagen es, die ­Ringe beiseitezulegen. Nach und nach lösen sie sich von den Niederungen, gewinnen an Raum, greifen aus. Wenn sie zu viert ungebärdig die Schläuche schieben, stapeln und schleudern, scheinen sie Herren der Ringe zu sein. Doch sie fallen zurück in alte Abhängigkeiten. Mit durchaus komischen Momenten. Etwa, wenn sich die Tänzer im Reifenturm wie Michelin-Männchen ungelenk fortzubewegen versuchen, gut gepolstert gegen die Zumutungen der Welt. Doch wehe, wenn der Turm kippt.

Hinweis
Weitere Aufführungen: 27./28.5, 20 Uhr, Grabenhalle, St. Gallen; 2.6., 20.15 Uhr, Theater am Gleis, Winterthur

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