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Sie machen wirklich freie Kunst

Das St. Galler Museum im Lagerhaus feiert seinen 30. Geburtstag mit der grossen Ausstellung «Backstage». Gezeigt werden Neuentdeckungen aber auch Werke von den Stars der Aussenseiterkunst wie Hans Krüsi oder Ulrich Bleiker.
Christina Genova
Zeichnungen von Pauline Ingold, daneben Collagen von Heidi Ehmke-Senn. (Bilder: Michel Canonica)

Zeichnungen von Pauline Ingold, daneben Collagen von Heidi Ehmke-Senn. (Bilder: Michel Canonica)

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Vor dreissig Jahren wurde das St. Galler Museum im Lagerhaus gegründet. Bis heute ist es die einzige Institution, die sich ganz dem Sammeln von Schweizerischer Aussenseiterkunst widmet. Vor zehn Jahren wurde Monika Jagfeld die erste festangestellte Museumsleiterin. Nach über 25 Jahren Auseinandersetzung mit Kunst von psychisch Kranken, geistig Behinderten und Aussenseitern, die sich fern des Kunstbetrieb bewegen, ist ihre Faszination dafür ungebrochen: «Es ist für mich eine wirklich freie Kunst». Die Künstler schüfen ihre Werke ohne Rücksicht auf die Kriterien des Kunstmarktes und ohne von kurzlebigen Modetrends beeinflusst zu sein.

"Mein Wunschzimmer" von Brigitte Baumer (Ausschnitt)
"Unter den Birken" von Urs Kupferschmied
Figurendarstellung unter Glas von Pya Hug
Clemens Johann Binzegger
" E poi bisognerebbe..." von Anton Berhardsgrütter
4 Wüste Silvesterkläuse von Jakob Müller
Pauline Ingold und Heidi Ehmke-Senn (rechts)
"Färlisau mit sieben Ferkeln" von Ulrich Bleiker
"Salam Bombay-1er Rex Burlandissimus" von Francois Burland
"Paradies mit Schlange" von Antonio Odesti
"Türmlihus" von Fritz Soltermann
"Erlkönig" von Emily Salz (Ausschnitt)
Zeichenalben von Walter Pulver
13 Bilder

«Wirklich freie Kunst» - das St. Galler Museum im Lagerhaus feiert Geburtstag

Licht und Schatten

Unter Monika Jagfeld hat sich der Fokus, was die Ausstellungstätigkeit betrifft, geweitet: Auch Präsentationen von internationaler Kunst gehören heute zum Programm. In den letzten zwei Jahren wurde die rasant gewachsene Sammlung, die rund 35000 Artefakte beinhaltet, erstmals umfassend aufgearbeitet und gesichert: Dazu gehörten konservatorische Massnahmen ebenso wie die Katalogisierung in Text und Bild. Was dabei an Schätzen zu Tage gefördert wurde, wird nun in der Jubiläumsausstellung «Backstage» präsentiert. Noch nie der öffentlich gezeigt wurden die kleinformatigen und filigranen Blütencollagen Olga Büchelis. Erst kürzlich Eingang in die Sammlung gefunden haben die gestickten Märcheninterpretationen von Emily Salz oder die expressiven Zeichnungen Philippe Saxers.

Eine Muschelfrau von Ulrich Bleiker.

Eine Muschelfrau von Ulrich Bleiker.

In der Ausstellung fehlen aber auch nicht die «Stars» der Szene. Scherenschnitte von Hans Krüsi sind zu sehen, eine «Muschelfrau» Ulrich Bleikers oder Madonnen Hans Schärers. Die Ausstellung ist in fünf Themenbereiche gegliedert. Unter dem Titel «Home, sweet home» wird naive Kunst gezeigt. Das zweite Thema «Point of View» konzentriert sich auf Selbstporträts. In «Body and Soul» geht es um den Körper und die Sexualität, bei «Hello Darkness» um die dunklen Momente des Lebens. Schliesslich setzt «Wonderland» einen leuchtenden Schlusspunkt mit Werken, die dem Glück und der Freude gewidmet sind.

Für die Zukunft wünscht sich Monika Jagfeld, dass sich die Outsider Art von ihrem Nischendasein befreit: «Mein Ehrgeiz ist, dass Aussenseiterkunst zum regulären Kunstprogramm wird.»

«Backstage» Jubiläumsausstellung: Bis 24.2.19, www.museumimlagerhaus.ch

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