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Sie lockt Biennale-Künstler von Kanada nach Arbon

Auf einen Kaffee mit ... Deborah Keller
Christina Genova
Deborah Keller ist seit einem Jahr Kuratorin der Kunsthalle Arbon. (Bild: Ralph Ribi)

Deborah Keller ist seit einem Jahr Kuratorin der Kunsthalle Arbon. (Bild: Ralph Ribi)

Deborah Keller hat bereits einen Orangensaft bestellt, als wir im Café St. Gall in der Hauptpost St. Gallen aufeinandertreffen. Die 36-jährige Kunsthistorikerin trinkt zwar auch Kaffee, aber nur zum Frühstück. Deborah Keller ist auf der Durchreise, nach unserem Gespräch wird sie ins Postauto nach Arbon steigen. Die zierliche Zürcherin mit den wilden Locken ist seit einem Jahr Kuratorin der dortigen Kunsthalle. Sie muss noch letzte Vorbereitungen für die Ausstellung von Bob Gramsma treffen – die erste in dieser Saison, zwei weitere werden noch folgen.

Kuratorische Aufgaben hat Deborah Keller schon mehrfach übernommen, doch die Zusammenarbeit mit der Kunsthalle ergab sich zufällig. Erstmals nach Arbon kam sie, als die befreundeten Basler Künstler Remo Hobi und Anita Kuratle Ende 2015 in der Kunsthalle ausstellten und sie für die Ausstellungseinführung anfragten. «Kann ich auch mal Künstler für Ausstellungen vorschlagen?», wollte sie von Vorstandsmitglied Inge Abegglen wissen. Diese war hocherfreut über Deborah Kellers Interesse, und ehe sie sich versah, war sie im Vorstand. Zehn bis zwanzig Prozent pro Woche arbeitet sie heute für die Kunsthalle, dafür bekommt sie pro Ausstellung ein kleines Honorar. Die Kunsthalle funktioniert nur dank des grossen ehrenamtlichen Engagements aller Beteiligten.

Hauptberuflich ist Deborah Keller Associate Director der Galerie Häusler Contemporary in Zürich; daneben schreibt sie regelmässig Ausstellungsbesprechungen für das «Kunstbulletin», die NZZ und den «Züritipp». Den Museumsbetrieb lernte sie als Volontärin im Haus Konstruktiv in Zürich kennen, Einblicke in die Organisation einer Grossmesse erhielt sie als Assistentin des Kurators und der Projektleitung von Art Basel Unlimited. Hat Deborah Keller nach einem Jahr als Kuratorin in Arbon bereits einen Überblick über die Ostschweizer Kunstszene? «Ich blicke noch zu wenig durch. Ich möchte viel mehr Leute aus der Region kennen lernen», sagt die junge Frau.

In der Kunsthalle Arbon will Deborah Keller ein abwechslungsreiches Programm bieten. Deshalb achtet sie bei der Auswahl der Künstler auf eine gute Durchmischung bezüglich deren Herkunft, Bekanntheitsgrad und Alter. Auch hinsichtlich der künstlerischen Positionen setzt die Kuratorin auf Vielfalt: «Das Schöne an der Kunsthalle ist, dass alles Platz hat.» Verhaltener Stolz schwingt mit, als Deborah Keller erzählt, dass es der Kunsthalle Arbon gelungen sei, das kanadische Künstlerkollektiv BGL für die Ausstellung im August und September zu gewinnen – dessen erste in der Schweiz überhaupt. BGLs Beitrag für den kanadischen Pavillon an der Biennale von Venedig 2015 erhielt viel Zuspruch.

Die dezentrale Lage der Kunsthalle sei sowohl Vorteil als auch Nachteil, meint Deborah Keller. Es sei zwar schwierig, das Publikum nach Arbon zu locken. Aber gerade weil die Kunsthalle nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe, hätten die Künstler hier mehr Freiheiten: «Sie wagen mehr, als wenn die Ausstellung in Zürich stattfinden würde.» Im Gegensatz zu Zürich, wo vergleichbare Ausstellungsorte vor allem von Leuten aus der Kunstszene besucht würden, treffe man hier zudem auf ein durchmischtes Publikum: «Es pflegt einen entspannten und unverkopften Umgang mit Kunst.»

Christina Genova

christina.genova@tagblatt.ch

Vernissage heute um 17 Uhr, Kunsthalle Arbon

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