Sie lieben ihn und hassen sie

Paparazza

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Diese 30 Sekunden gingen um die Welt. Dabei war auf dem Video nichts Aussergewöhnliches zu sehen. Eine Frau mit Pferdeschwanz und rosa Jäckchen umarmt ihren Mann.Flüstert ihm etwas zu, fasst sein Gesicht mit beiden Händen, küsst ihn wieder, will ihn fast nicht mehr loslassen. Er ist der berühmteste Tennisspieler der Welt, gerade hat er seinen ­ 18. Grand-Slam-Titel gewonnen. Sie ist seine Frau Mirka Federer. Die beiden kennen sich seit 17 Jahren, sie haben vier Kinder, sie sind Multimillionäre, haben berühmte Freunde. Sie könnten ein glamouröses Promi-Paar abgeben, sie sind aber exakt das Gegenteil davon.

Gemeinsame Auftritte sind rar, Mirka, die frühere Tennisspielerin, hat sich seit zehn Jahren nicht mehr öffentlich geäussert. Die Kuss-Szene nach dem Titel in Australien ging auch deshalb um die Welt, weil sich die Welt intime Einblicke ins Privatleben der Federers nicht gewohnt ist. «Sie managt unser Leben, ich spiele Tennis», hat Roger Federer einst erklärt. Was nichts anderes heisst, als dass er Mirka beschützt, vor der Meute draussen, die wenig für seine Frau übrig hat, ihn aber liebt. Weil sie die undankbare Rolle hat, ihn zu beschützen, vor zu viel Ruhm, vor dem Abheben. Es gäbe wohl keinen ­ 18. Grand-Slam-Sieger Roger Federer ohne Mirka.

Katja Fischer De Santi katja.fischer@tagblatt.ch