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Ein Textildesigner und eine Lichtkünstlerin haben die Stiftsbibliothek entrümpelt

Martin Leuthold und Siegrun Appelt haben für ihre Ausstellungsprojekt Xullux den Barocksaal der Stiftsbibliothek ausgeräumt. Im natürlichen Licht entfaltet der Raum eine neue Grösse. Ein raumgrosser Strichcode soll den Weg in die Zukunft weisen.
Katja Fischer De Santi
Reflektierende Buchrücken in der Stiftsbibliothek. (Bild: Urs Bucher)

Reflektierende Buchrücken in der Stiftsbibliothek. (Bild: Urs Bucher)

Der Globus ist weg, die ägyptische Mumie Schepenese liegt in ihrem Sarkophag im Keller, die Vitrinen mit den wertvollen Schriften sind weggeräumt, die Vorhänge abgehängt. So leer hat man den Barocksaal der Stiftsbibliothek wohl noch nie gesehen. Was als Ausstellungsprojekt des frisch pensionierten Textildesigners Martin Leuthold und der Lichtkünstlerin Siegrun Appelt angekündigt ist, entpuppt sich auf den ersten Blick vor allem als Entrümpelungsaktion einer der ältesten und schönsten Bibliotheken der Welt.

«Wir wollten diesen prachtvollen Raum so zeigen, wie er einst erdacht wurde», sagt Leuthold. Und tatsächlich: Die vielen Fenster, der natürliche Lauf des Tageslichts und seine Reflexionen an Wänden und Regalen kommen besser zur Geltung. Der prächtige Saal kommt einem höher, heller vor. Die üppigen Deckengemälde leuchten kräftiger als sonst. Leuthold sagt:

«Dies ist eigentlich kein Saal, um wertvolle Handschriften auszustellen, die keinem Tageslicht ausgesetzt werden dürfen. Der Saal lebt durch und mit dem Licht.»

Doch beim Ausräumen alleine haben es Leuthold und Appelt nicht gelassen. Setzen sich die Besucher im schwarz und golden gestrichenen Flur die verteilten Spezialbrillen auf, beginnen die Buchrücken in den Regalen zu schimmern und zu reflektieren. Die Bücher selbst werden zum raumfüllenden Strichcode. Ein Sinnbild für den Wandel der Wissensvermittlung in der digitalen Welt.

«Und weil Wissen den Dialog braucht, statt in den Regalen zu verstauben, sendet alle Viertelstunde ein künstliches Wetterleuchten ein Zeichen in den barocken Raum», erklärt Leuthold. Eine kleine Intervention, die beim Eindunkeln und jeweils zur vollen Stunde ihren grössten Reiz entfaltet. Schade schliesst die Stiftsbibliothek schon um 17 Uhr. Gelegenheit die Installation bei völliger Dunkelheit zu sehen, bieten Führungen und das abendliche Rahmenprogramm mit Vorträgen und Konzerten rund um das Thema Licht und Sehen. Und wer Mumie und Globus vermisst, der darf sie im Keller besuchen.

Xullux: bis 3. März 2019, Rahmenprogramm: stibi.ch

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