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Ein St.Galler Grafikerpaar hat sich seinen eigenen Design-Klassiker entworfen

Die St.Galler Grafiker Hannah Gstrein und Jonathan Owadja legen das Teleskop-Regal neu auf. Es wird zwischen den Boden und die Decke geklemmt.
Nina Rudnicki
Das junge Designerpaar Jonathan Owadia und Hannah Gstrein haben aus der Not heraus ein Regal entworfen. (Bilder: Michel Canonica)

Das junge Designerpaar Jonathan Owadia und Hannah Gstrein haben aus der Not heraus ein Regal entworfen. (Bilder: Michel Canonica)

Die Idee, ein eigenes Teleskop-­Regal zu entwerfen sei aus der Not heraus entstanden. Die Grafiker Hannah Gstrein und Jonathan Owadja stehen in ihrem Büro im St.Galler Quartier Rotmonten und erzählen, wie sie dazu kamen, eigene Möbel zu entwerfen. Jonathan Owadja zieht einen Bolzen aus einer der Regalstangen. Schon ist das Regalbrett herausgelöst und kann an einer anderen Stelle wieder eingehängt werden. «Wir wollten ein Regal, das gut aussieht und zugleich praktisch und reduziert ist», sagt Hannah Gstrein.

Lange hätten sie nach einem solchen Teleskop-Regal im Stil der Klassiker der 1960er- und 1970er-Jahre gesucht. «Gefunden haben wir aber keines, zumindest keines, das erschwinglich war. Daher haben wir angefangen, selbst zu skizzieren, zu recherchieren und mit Brettern aus dem Baumarkt zu experimentieren», sagt Jonathan Owadja. Ein Dreivierteljahr später stand der Prototyp in der Wohnung der beiden. Sie tauften ihn Johann’s, eine Kombination aus beiden Vornamen. In der Verwandtschaft und im Freundeskreis kam dieser so gut an, dass sie beschlossen, mit dem Regal in Serie zu gehen.

Die ersten Entwürfe waren Kindermöbel

Mittlerweile haben die beiden über 30 Teleskop-Regale verkauft. Die Regale bewerben sie auf Instagram und ihrem Onlineshop. Als nächsten Schritt planen sie, «Johann’s» auch über verschiedene Möbelhäuser anzubieten. Doch wird man wirklich so einfach vom Grafiker zum Möbeldesigner? Hannah Gstrein lacht und sagt:

«Na ja, so verschieden ist das ja gar nicht. In beiden Bereichen geht es ­darum, etwas zu gestalten.»

Ausserdem hätten sie verschiedene Fachpersonen aus der Holz- und Stahlbranche hinzugezogen. Die meisten Komponenten des Regals werden in der Schweiz hergestellt. Nur die Regalbretter fertigt ein Betrieb in Italien an. «Ursprünglich wollten wir alles in der Ostschweiz herstellen. Aber dann wäre das Regal so teuer geworden, dass wir nicht konkurrenzfähig gewesen wären», sagt Jonathan Owadja. Daher hätten sie sich für Italien entschieden. «Die Transportwege sind damit immer noch relativ kurz: «Ausserdem verbindet uns mit Italien eine besondere Liebe.»

Mehrere Jahre haben Hannah Gstrein und Jonathan Owadja als Grafiker in Italien gearbeitet. Als sie 2010 ihr erstes Kind erwarteten, kehrten sie nach St.Gallen zurück und gründeten ihr Grafikatelier OGD – Owadja & Gstrein Designs. Noch heute arbeiten die beiden Mittdreissiger hautsächlich für italienische Kunden. Mit ihren Arbeiten gewannen sie schon internationale Preise wie den Red Dot Award und den IDA, den International Design Award. Aber auch in St.Gallen sind sie nicht unbekannt. Sie sind die Grafiker hinter der Galeriezeitung «Artefakt» für die Macelleria d’Arte, für welche sie 2016 einen European Design Award erhielten.

«Inspiration finde ich oft auf Flohmärkten oder in Brockenhäusern und natürlich im Internet», sagt Hannah Gstrein. Inspirieren würden sie aber auch ihre beiden Kinder. Hannah Gstrein führt vom Büro ins Kinderzimmer. Dort stehen eine Kinderküche, ein Schminktisch und ein Puppenhaus. «Das waren die ersten Möbel, die wir selbst entworfen haben», sagt sie. Neue Pläne gibt es auch bezüglich des Teleskop-Regals: Hannah Gstrein und Jonathan Owadja wollen ein Schränkchen und einen Tisch entwerfen, die sich in den Designklassiker einfügen lassen.

https://www.johanns.furniture/

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