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Karl May und die Mode Wer ist Karl May? Auf dem Bärenplatz stehend, befragen wir die Passanten – und staunen nicht schlecht, als wir im Schaufenster an der Ecke plötzlich Modepuppen mit Indianerschmuck entdecken. Schwirren Karl Mays Geister etwa bis in die St.

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Karl May und die Mode

Wer ist Karl May? Auf dem Bärenplatz stehend, befragen wir die Passanten – und staunen nicht schlecht, als wir im Schaufenster an der Ecke plötzlich Modepuppen mit Indianerschmuck entdecken. Schwirren Karl Mays Geister etwa bis in die St. Galler Altstadt? Im Schaufenster stehen Frauen aus Plastik mit langen Zöpfen und Männerpuppen mit indianischem Federschmuck auf dem Kopf. Die Marketingbeauftragte der Kleidermarke Companys erklärt am Telefon: Mit Karl May und Winnetou hätte dies nichts zu tun. Vielmehr orientiere man sich am angesagten internationalen Ethno-Look. «Indian Summer» heisst die Frühlingskollektion, die «Companys» mit erdigen Tönen, Lederstiefeln, Materialmix und Strickkleidern interpretiert. Die Indianer hätten viel Feingefühl besessen im Umgang mit der Natur – etwas, das viele junge Menschen von heute nicht mehr hätten. Darum prangen in den Schaufenstern der Kleidermarke in der ganzen Schweiz Indianer-Weisheiten wie «Übernimm volle Verantwortung für alle Deine Taten» oder «Behandle die Erde und alles, was auf ihr lebt, mit Respekt». Ob man die Welt so verbessern kann? Man kann dies bezweifeln. Oder mit Federn im Haar und Lederstiefeln als Stadt-Indianer durchs Leben gehen. Karl May hätte bestimmt seine Freude daran gehabt. Cathrin Michael

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