«Seegarten», Ermatingen: Fang bestimmt die Karte

Das Restaurant Seegarten in der Unterseegemeinde Ermatingen nennt sich selbst «Beiz mit Reiz». Beziehen lässt sich dies auf Verschiedenes: So ist das Lokal durchaus noch das, was man landläufig eine «Beiz» nennt, wo Einheimische am Morgen ihren Znüni essen oder ihren Kaffee trinken.

Urs Bader
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Urs Bader)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Urs Bader)

Das Restaurant Seegarten in der Unterseegemeinde Ermatingen nennt sich selbst «Beiz mit Reiz». Beziehen lässt sich dies auf Verschiedenes: So ist das Lokal durchaus noch das, was man landläufig eine «Beiz» nennt, wo Einheimische am Morgen ihren Znüni essen oder ihren Kaffee trinken. Beziehen lässt sich der Slogan auch auf die Lage des Restaurants oder auf die gemütliche alte kleine Gaststube. Nicht zuletzt aber hat der «Seegarten» seinen kulinarischen Reiz. Hier wirken als Besitzerinnen seit 2012 die Schwestern Myrtha Graf (Küche) und Luzia Graf (Service). Sie sind seit zwanzig Jahren im Beruf, sind herumgekommen und schliesslich nach Ermatingen zurückgekehrt, wo sie aufwuchsen.

Der Tagesfang entscheidet

Sie pflegen eine regionale, ja lokale Küche, die auf frischen Produkten basiert und in der alle Gericht frisch zubereitet werden. Im Mittelpunkt steht der Fisch, den Luzias Ehemann Rolf fängt, einer der wenigen Berufsfischer am Untersee. Der Tagesfang bestimmt die Speisekarte. Bei unserem Besuch gab es zuerst eine würzige Fischsuppe, eine klare Suppe mit Gemüseeinlage und Fischstücken (16.50). Als Zwischengang teilten wir uns eine kleine Portion Spaghetti an Weissweinsauce mit Streifen von geräuchten Felchenfilets (14.50) – die leichte Räuchernote harmonierte sehr schön mit der Weissweinsauce. Schliesslich kamen Hechttranchen meunière und Felchenfilets meunière mit Salzkartoffeln und Blattspinat auf den Tisch (je 29.50). Es blieb noch Platz für ein hausgemachtes Dessert: eine feine gebrannte Crème (7.50) und eine raffinierte Soufflé-Glace mit Nusslikör (10.50). Das Essen hat, Gang für Gang, ausgezeichnet geschmeckt.

Im Spätherbst Wildgerichte

Fleischgerichte findet man keine auf der Karte, ausser in der «kalten Küche», etwa einen lauwarmen Siedfleischsalat (15.50) und anderes. Während der Felchen-Schonzeit allerdings gibt es von Ende Oktober bis Anfang Dezember Wild aus regionaler Jagd.

Die Fischgerichte werden mit saisonal wechselnden Gemüsen serviert, und auch die hausgemachten Kuchen, die bei unserem Besuch leider schon alle gegessen waren, richten sich nach der Saison.

Bei den Weinen spielen ebenfalls lokale oder regionale Gewächse die Hauptrolle (im Offenausschank ab 4.20/dl). Wir entschieden uns für eine Flasche Elbling von Conny und Kurt Grüninger aus Ermatingen (36.–). Diese alte europäische Sorte schmeckt frisch und fruchtig und passt gut zu Fisch.

Unser Eindruck: «Beiz mit Reiz» ist nicht die Spur übertrieben. Ein sympathisches Lokal.

Seegarten, 8272 Ermatingen Untere Seestrasse 39, Tel. 071 660 06 21 www.seegarten-ermatingen.ch Öffnungszeiten: So/Mo Ruhetage Gartenwirtschaft und Stübli