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Schwerarbeit mit leichter Hand

Bregenz Denkbar kurz ist seine Künstlerbiografie im Programmheft gehalten, zwei unverbundene Stichworte genügen. «Generalmusikdirektor der Bayrischen Staatsoper München» und «designierter Chefdirigent der Berliner Philharmoniker»: Mehr muss man nicht schreiben über Kirill Petrenko, den kleinen, scheu auftretenden Giganten am Dirigentenpult. Erst recht nicht in Vorarlberg, wo die Karriere des 1972 im sibirischen Omsk geborenen Musikers begann – am Konservatorium in Feldkirch. Längst reisst sich die ganze Welt um ihn; gleichwohl kommt er regelmässig zurück in seine zweite Heimat, um den Mahler-Zyklus mit dem Symphonieorchester Vorarlberg fortzusetzen.

An den Osterfeiertagen stand nun die 5. Symphonie cis-Moll auf dem Programm, zusammen mit den «Liedern eines fahrenden Gesellen»; zunächst in Feldkirch, am Montag, dann im Bregenzer Festspielhaus. Beide Konzerte waren restlos ausverkauft und, wie zu erwarten, ein Ereignis: hochkonzentriert, mit langer Nachwirkung. Das lag weniger an Bariton Daniel Schmutzhard, der in den vier Orchesterliedern zu Beginn ausschweifte in trügerisch schillernde Landschaften, sich dabei aber selbst zu bremsen und zu beobachten schien. Sehr kontrolliert klang das, stimmlich aber zuweilen auch etwas gepresst, erst unter dem Blütenregen des Lindenbaums im abschliessenden Lied selig befreit.

Es gibt beglückende Momente

Die 5. Symphonie dagegen schreitet noch einmal eine untergehende Welt ab, im grossen Ganzen ebenso wie in allen Einzelheiten, die sich in dieser zerklüfteten Gefühlslandschaft von Partitur verbergen: Dabei waren Kirill Petrenko und die Musiker des erweiterten Symphonieorchesters Vorarlberg (darunter Zoltan Holb, Solohornist des Sinfonieorchesters St. Gallen) ein Herz und eine Seele. Winzige Gesten genügten; fingerspitzenfein führte Petrenko durch diesen Kosmos, gleichwohl ein Kraftakt: Auch wenn er sich zwischenzeitlich lässig zurücklehnte oder aufsprang, als sei das Podest ein Trampolin. Klangfülle wird dabei nie massig, jedes Detail scheint scharf gestochen auf, es gibt beglückende Momente – etwa die Rückkehr der Bläser nach dem Adagietto-Zwischensatz. So unaufwendig das vom Saal aus wirkt, verrät es den Partitur-Schwerarbeiter Kirill Petrenko: einen Dirigenten, der keine Zeit verliert für wortreiche Schilderungen seiner bisherigen Verdienste. (bk.)

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