Schweizer Schriftsteller und der Nationalsozialismus

WARTH. In Krisenzeiten sind Künstler und Schriftsteller besonders gefordert. Wer die Welt gestalten will, muss sich engagieren und Position beziehen. Insbesondere vor und während des Zweiten Weltkriegs mussten Kulturschaffende entscheiden, wie ihre Beziehung zu den Nationalsozialisten aussah.

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WARTH. In Krisenzeiten sind Künstler und Schriftsteller besonders gefordert. Wer die Welt gestalten will, muss sich engagieren und Position beziehen. Insbesondere vor und während des Zweiten Weltkriegs mussten Kulturschaffende entscheiden, wie ihre Beziehung zu den Nationalsozialisten aussah. Wie schwierig dies für den Einzelnen auch in der Schweiz sein konnte, skizziert die Historikerin Rea Brändle in ihrem Vortrag «Was tun, wenn der Himmel brennt?».

Die Historikerin und Germanistin Rea Brändle ist bekannt als Koautorin der umfassenden Studie «Huggenberger. Die Karriere eines Schriftstellers» (2012). Die Publikation war im Auftrag des Kantons Thurgau entstanden, um den Vorwurf, dass Alfred Huggenberger ein Nazi gewesen sei, zu klären. Das Buch zeigt minutiös auf, wie der Dichter für seinen Erfolg agierte und wie er sich vereinnahmen liess.

Rea Brändle stellt die Erkenntnisse des Buchs in einen grösseren Zusammenhang und zeigt auf, wie gross die Herausforderung für alle Kulturschaffenden war, sich in der komplexen politischen Situation zu situieren. Sie skizziert die politische Stimmungslage in der Schweiz vor und während des Krieges und führt aus, wie sich die Situation für Schriftsteller und Literaten präsentierte. Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung «Der Himmel brennt am Horizont» statt, die ebenfalls in Ittingen zu sehen ist. (red.)

Do, 23.4., 18 Uhr, Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen