SCHWEIZER FILMPREISE: Doppelte Ehre für Ganz

Der Animationsfilm «Ma vie de Courgette» ist bester Schweizer Spielfilm 2017. Bruno Ganz erhält den Ehrenpreis für sein filmisches Gesamtwerk.

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In Genf sind gestern die Schweizer Filmpreise 2017 vergeben worden. Die Auszeichnung für den besten Spielfilm geht an «Ma vie de Courgette» des Wallisers Claude Barras. Er erhielt ausserdem den Preis in der Kategorie Beste Filmmusik sowie den Spezialpreis der Filmakademie. Gleich viele Preise erhielt Rachel Braunschweigs politischen Komödie «Die Göttliche Ordnung».

Dass «Ma vie de Courgette» überhaupt erst um den Quartz in der Kategorie Bester Spielfilm buhlen konnte, liegt an dessen Länge. Wie das Bundesamt für Kultur (BAK) in einer Medienmitteilung erklärte, sind Animationsfilme von mindestens 60 Minuten zu lang für die Kategorie Bester Animationsfilm.

Die Trophäe für den besten kurzen Animationsfilm ging an «Au revoir Balthazar» von Rafael Sommerhalder. «Aloys», das Erstlingswerk des Zürcher Regisseurs Tobias Nölle um einen ­verschrobenen Grossstädter, gewann in der Kategorie Beste ­Kamera (Simon Guy Fässler). Mit «Bon Voyage» von Marc Raymond Wilkins und «La femme et le TGV» von Timo von Gunten gingen in der Kategorie Kurzfilm gleich zwei Filme als Gewinner hervor. Der Grund: Sie hatten von der Schweizer Filmakademie gleich viele Stimmen erhalten, worauf das BAK entschied, beide zu ehren.

«Wanderer durch die Welten»

Der Quartz für ihre Leistung als Beste Darstellerin ging an Marie Leuenberger. Als Bester Schauspieler wurde Bruno Ganz für seine Rolle in «Un Juif pour l’exemple», einem Film, der ihm nach eigenen Angaben sehr am Herzen liegt, ausgezeichnet. Es war Ganz’ Überraschungstrophäe, während ihm bereits im Vorfeld bekannt war, dass er am Ende der Veranstaltung von Bundesrat Alain Berset den Ehrenpreis für sein filmisches Gesamtwerk überreicht bekommen würde. In seiner Laudatio strich Berset die Vielfalt der Rollen heraus, die Bruno Ganz gespielt hat: «Als Wanderer durch die Welten dieser Welt hat er ein grosses Werk geschaffen. Dafür ehren wir Bruno Ganz heute.»

Die Schweizer Filmpreise wurden zum 20. Mal vergeben. Über Nominierte und Gewinner bestimmt die Schweizer Filmakademie, ausgerichtet wird die Veranstaltung vom BAK. (sda)