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Schrille Avantgarde in der Tonhalle

In seinem neuesten Kunstprojekt entwickelt das zeitgenössische Musikensemble soyuz21 eine neue Klangwelt mit Klavier, Akkordeon, elektrischer Gitarre und Elektronik. «De Natura Sonorum 2.0» wird am 25. Juni in der Tonhalle St. Gallen aufgeführt.
Fanny Vicens am Akkordeon und Mats Scheidegger an der Gitarre. (Bild: pd)

Fanny Vicens am Akkordeon und Mats Scheidegger an der Gitarre. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Das Zürcher Musikensemble soyuz21 hat sich ganz der zeitgenössischen Musik verschrieben. Avantgarde hätte man früher dazu gesagt: Schräg, schrill, sphärisch. Ihr Debüt vor fünf Jahren in der Galerie Hauser&Wirth war dafür wegweisend. Den Auftakt des Abends bildete Martin Creeds Installation «Work No. 569»: Darin wird mit dem Klavierdeckel Klang erzeugt. Dann das Performancevideo «Two Movements for Prepared Cello» von Rodney Graham, das einen Cellisten in Smoking auf rotem Teppich präsentiert, der sein Instrument solange schüttelt und dreht, bis ein paar Manschettenknöpfe aus dem Korpus fallen.

Netzwerk der Avantgarde

Das Ensemble soyuz21 stellt sich also der Herausforderung, Konzerte zu gestalten, welche die strikten Vorgaben des traditionellen Betriebs in eine «zeitgenössische» Form überführt. Es tut dies in wechselnder Besetzung. Das Gerüst ist ein Pool von 20 international tätigen Interpreten, die sich projektbezogen mit Exponenten aus den Bereichen Film, Tanz, Literatur, Musiktheater, bildende Kunst und multimediale Installation vernetzen wollen. Das Ensemble stand von Beginn weg unter der künstlerischen Leitung des Komponisten und Elektronikspezialisten Gary Berger und des bekannten Gitarristen Mats Scheidegger. Letzterer hat sich unter anderem einen Namen gemacht als langjähriger Programmmitgestalter der Tage für Neue Musik Zürich. Scheidegger wird auch am Konzert vom kommenden Samstag in der Tonhalle St. Gallen an der Gitarre sitzen.

Internationale Musiker

Neben dem Zürcher Mats Scheidegger, der an der Musikhochschule Luzern Gitarre und Kammermusik lehrt und in Europa und Amerika Meisterkurse gibt, sind vier weitere Musiker zu hören. Die französische Akkordeonistin Fanny Vicens führt derzeit ein Projekt am Conservatoire Supérieur in Paris durch. Der St. Galler Pianist Philipp Meier konzertiert als Solist und Kammermusiker, unter anderem mit dem Sinfonieorchester St. Gallen, der Südwestdeutschen Philharmonie, dem Ensemble Wiener Collagen oder dem Klavierduo Meier Zaugg. Isaia Angst, der als ausgebildeter Klarinettist ein besonderes Faible für Live-Elektronik hat, wird am Samstag für die Klangregie zuständig sein. Das Ensemble soyuz21 wird Werke von Franck Bedrossian, Frédéric Pattar, Horacio Baggione, Joan Bages i Rubi, Stefan Keller und Ake Parmerud aufführen.

Alle umkreisen das Klavier

Das Konzept des Konzertabends umschreibt das Ensemble folgendermassen: Akkordeon wie elektrische Gitarre oder Elektronik haben reiche Möglichkeiten der Steuerung von Dynamik und Klang. Diese drei Instrumente umkreisen das statische, vertikal sehr grosse Klavier. Fast wie ein erratischer, grosser Block, der sich mit den drei Instrumenten ständig zwischen Identität, Reflexion und instrumentaler Fusion wechselt. Alle Werke des Konzertabends sind in enger Zusammenarbeit mit den Komponisten einstudiert. Dies ist ein Merkmal von soyuz21, dessen Fokus auf einer intensiven und kreativen Zusammenarbeit mit den Komponisten besteht. (pd/hak)

soyuz21: Sa, 25.6., 20 Uhr, Tonhalle St. Gallen

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