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«Schrecklich zu sein, war eine Herausforderung»

Alberto Terribile ist Mitglied der Tanzkomagnie des Theater St.Gallens. Bei einem Bio-Eistee erzählt er, warum es ihn von St.Gallen wegzieht und dass er fast Kindergärtner geworden wäre.
Mirjam Bächtold
Trinkt ausnahmsweise Bio-Eistee statt Kaffee: Der Italiener Alberto Terribile. (Bild: Benjamin Manser)

Trinkt ausnahmsweise Bio-Eistee statt Kaffee: Der Italiener Alberto Terribile. (Bild: Benjamin Manser)

Dass er keinen Kaffee trinken darf, ist für den Italiener Alberto Terribile nicht einfach. Wegen Magenproblemen hat sein Arzt ihm das Getränk vorübergehend verboten. Also gibt es Bioeistee im «Ultimo Bacio», seinem Lieb­lingscafé, hierher kommt er oft mit seinen Kollegen aus der Tanzkompanie des Theaters St.Gallen. Terribile – bedeutet auf Deutsch schrecklich oder der Schreckliche.

«Das fanden meine Schulkameraden früher sehr lustig und machten Witze über meinen Namen.»

"Doch wer mich kennt, sagt, ich sei das Gegenteil von schrecklich», sagt der 24-Jährige und setzt dazu ein gewinnendes Lächeln auf. Im Tanzstück «Caligula», das wegen des grossen Erfolges Mitte Juni noch einmal in der Lokremise gezeigt wurde, machte er seinem Namen jedoch alle Ehre. Er verkörperte die Titelrolle, den römischen Kaiser Caligula, der ein brutaler und sadistischer Tyrann war. «Es war nicht einfach, mich in diesen ­Typen hineinzufühlen.» Auch in «Schlafes Bruder» wurde Alberto Terribile für die Rolle des «Bad Guys» gecastet. «An den aktuellen Rollen konnte ich dieses Jahr enorm wachsen als Künstler.»

Nächste Station nach St. Gallen ist Mannheim

Nun zieht es den Tänzer weiter: Nach den Aufführungen von ­«Peregrinatio» an den Festspielen wird Alberto Terribile ab ­August am Nationaltheater Mannheim im Ensemble tanzen. «Ich brauche neue Herausforderungen, andere Choreografen, mit denen ich zusammenarbeiten kann», sagt er. An die Audition in Mannheim fuhr er, weil er das ­Repertoire und die Choreografen des Hauses schätzt. Jeder habe eine etwas andere Handschrift. In Mannheim waren 120 Tänzerinnen und Tänzer eingeladen, von denen nur ein paar wenige ein Engagement erhielten.

Nach zwei bis drei Jahren das Theater zu wechseln, sei für einen Tänzer normal, sagt Terribile. Das damit verbundene Nomadenleben ist eine der Schattenseiten des Jobs, doch für ihn überwiegen die schönen Momente des Zusammenhalts in der Kompanie oder wenn er von einem neuen Choreografen neue Bewegungen lernen kann.

«Wenn ich irgendwo neu ankomme, suche ich eine ­katholische Gemeinde, der ich mich anschliessen kann. »

"Es entstehen auch schnell Freundschaften innerhalb der Tanzkompanie. Das ist wichtig, wenn man neu in einer Stadt ist», sagt Alberto Terribile. Als er mit neun Jahren mit Ballettunterricht startete, wusste er bereits, dass er Tänzer werden will. «Natürlich wird das nicht ewig gehen, die meisten Tänzer können den Beruf bis Ende 30 ausüben», sagt er. Was er danach machen möchte, daran denkt er jetzt noch nicht. «Ballett zu unterrichten wäre vielleicht etwas. Ich mag Kinder. Wäre ich nicht Tänzer geworden, hätte ich wohl eine Ausbildung zum Kindergärtner gemacht.» Inzwischen hat er sich auch mit seinem «schrecklichen» Namen angefreundet: «Er bleibt den Leuten in Erinnerung.»

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