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Schön, schöner, am schönsten

Sie sind ihrer neunzehn: die «Schönsten Schweizer Bücher 2018» – drei davon stammen aus der Ostschweiz. Ausgewählt hat die Bücher das ­Bundesamt für Kultur wie jedes Jahr.
Dieter Langhart
Doppelseite mit einer farbigen Klarsichtbeilage aus dem Künstlerbuch «Daniel V. Keller: For a Fish Tank or a Parking Lot». (Bild: PD)

Doppelseite mit einer farbigen Klarsichtbeilage aus dem Künstlerbuch «Daniel V. Keller: For a Fish Tank or a Parking Lot». (Bild: PD)

Schönheit ist Geschmacksache, heisst es. Das gilt für Kunst – über sie lässt sich gut streiten – wie für kunstvoll gemachte Bücher. Auch über sie lässt sich streiten, aber darum gibt es Jurys, die über die Schönheit befinden. Jährlich werden von der Stiftung Buchkunst in Frankfurt am Main die Preise «Die schönsten Bücher aus aller Welt» und «Die schönsten deutschen Bücher» sowie vom Bundesamt für Kultur (BAK) die «Die schönsten Schweizer Bücher» vergeben. Der Wettbewerb zeichnet hervorragende Leistungen aus im Bereich Buchgestaltung und Buchproduktion.

Liebevoller Blick auf ­Architektur und Landschaft

Die Aufmerksamkeit richtet das BAK «insbesondere auf Werke, die zeitgenössische Tendenzen zum Ausdruck bringen». Klassische oder gar altbackene Buchgestaltung bleibt also weitgehend aussen vor. 2017 waren es elf Bücher, die das Bundesamt zu den schönsten zählte, 2018 deren neunzehn. Und von diesen sind zwei vom jungen St. Galler Verlag Jungle Books gestaltet worden.

Eines heisst schlicht «Verde» und zeigt – ruhig in Szene gesetzt – die Fotografien, die die St. Gallerin Katalin Deér von ihren Reisen ins Bergell heimgebracht hat. Ihre Bilder zeigen uns ein Bergell jenseits der Postkartenidylle, aber mit einem liebevollen Blick auf Architektur und Landschaft. Es gehe ihr immer auch um die skulpturale Präsenz der Bauten in der Landschaft: «Über die fotografische Annäherung entsteht eine skulpturale Arbeit», sagte sie im Herbst in dieser Zeitung.

Emaillierte Kupferplatten treten in den Dialog mit den Fotografien aus dem Bergell in «Katalin Déer: Verde». (Bild: Katalin Déer)

Emaillierte Kupferplatten treten in den Dialog mit den Fotografien aus dem Bergell in «Katalin Déer: Verde». (Bild: Katalin Déer)

Das zweite vom BAK ausgezeichnete Buch aus dem Verlag Jungle Books ist zugleich das erste Künstlerbuch des Thurgauers Daniel V. Keller. Die Kulturstiftung des Kantons Thurgau hat es in seiner Reihe «Facetten» herausgegeben. Sie waren bisher handliche Büchlein, die die Künstler auflegen oder verschenken konnten als eine Art Visitenkarte: schlicht, aber wirkungsvoll gestaltet.

Katalog eines ­architektonischen Baustoffs

Für Keller hat dasselbe Gestalter-Trio gewirkt wie für Deér: Samuel Bänziger, Rosario Florio, Larissa Kasper. Sie haben Kellers Untersuchungsobjekt – Tausende Fotografien von Kieselsteinen, dem Baustoff von Architektur – auf Hunderte von Seiten aus durchscheinendem Papier gedruckt. Das wird zwar Kellers Recherche gerecht, lässt aber den Betrachter ratlos zurück (Wozu all diese Kieselsteinchen?). Er blättert frustriert weiter, sucht nach erklärendem Text, fühlt sich nicht geführt. Darf eine beeindruckende und stringente Gestaltung Selbstzweck sein?

Ausstellung 20.–23.6., Helmhaus Zürich

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