Schöne Schau

Von Münchwilen bis London kommen sie, die 220 Aussteller der 18. Blickfang-Messe in Zürich. Der Design-Event vom Wochenende bietet auch Newcomern eine Plattform. Nicht zuletzt, um das treue Publikum bei Laune zu halten.

Diana Bula
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Ostschweizer Aussteller an der Designmesse Blickfang in Zürich: Die St. Galler Modedesigner Lisa Contaldi setzt auf handgemachte Drucke (oben links), die Heerbrugger Möbelmanufaktur Heinz Baumann zeigt Tische (unten links) und die St. Galler Firma Einstoffen Shirts (rechts). (Bilder: pd)

Ostschweizer Aussteller an der Designmesse Blickfang in Zürich: Die St. Galler Modedesigner Lisa Contaldi setzt auf handgemachte Drucke (oben links), die Heerbrugger Möbelmanufaktur Heinz Baumann zeigt Tische (unten links) und die St. Galler Firma Einstoffen Shirts (rechts). (Bilder: pd)

Nicole Auer freut sich. Am Wochenende wird sie die Blickfang-Messe im Zürcher Kongresshaus besuchen – nicht als Gast. Als Designspotterin. Mit anderen Kennern der schönen Dinge durchstöbert sie dann das Angebot nach Highlights. «Nach Sachen, die mir ins Auge stechen, die sich abheben, die modisch sind, aber auch tragbar.» Die Messeleitung habe sie angefragt, «völlig überraschend». Und die Inhaberin der St. Galler Boutique Le Soir Le Jour hat zugesagt.

Design ist ein Modewort

Auer wird sich auf die Mode konzentrieren, die restliche Jury des «Mini-Designpreises» deckt die Bereiche Möbel, Produkte und Schmuck ab. Die zwei Gewinner erhalten je 1850 Franken. Neben Auer wird sich etwa der niederländische Designer Stefan Scholten auf die Suche nach den Besten machen. Er will nicht nur Talente, sondern auch die Messe weiterbringen: Als «Kurator des Jahres» berät er die Organisatoren und findet heraus, wie diese ihren Anlass verbessern können. Mit «dieser fachkundigen Unterstützung» wolle sich der Design-Event von ähnlichen Formaten absetzen, sagt Blickfang-Pressesprecherin Johanna Wittmaack. Denn: Design sei zum Modewort verkommen. 1,3 Milliarden Begriffe liste Google dazu auf.

Brillen, Kissen und Vogelhäuser

Die Messe findet in sieben Städten statt. Begonnen hatte alles vor 22 Jahren in Stuttgart. Nach und nach sind München, Wien, Kopenhagen, Hamburg, Basel dazugekommen. Und Zürich. Diesen Freitag bis Sonntag werden sich dort 220 Aussteller präsentieren; sie stammen aus London, Amsterdam, Berlin, Zürich, aber auch aus Münchwilen oder St. Gallen.

Die Jungs des St. Galler Labels «Einstoffen» zeigen «Hemden für Helden», T-Shirts «mit Stil» sowie Sonnenbrillen aus Holz, die St. Gallerin Lisa Contaldi von Licon ist mit Mode, verziert mit handgemachten Siebdrucken, vor Ort. Unter dem Namen «Flot» gestaltet May-Britt Wehrli aus Frauenfeld Karten, Kissen oder Schals mit skandinavischem Touch. Heinz Baumann stellt Entwürfe aus seiner Heerbrugger Möbelmanufaktur vor, während sich die Firma Tät-Tat aus Münchwilen auf schöne Produkte aus sozialer Produktion spezialisiert hat.

Soziales Engagement oder Nachhaltigkeit: Beides kann neben Ästhetik und Qualität ausschlaggebend sein, um einen Blickfang-Stand zu bekommen. «Ein Fachgremium wählt die Aussteller aus. Nur rund ein Drittel bekommt den Zuschlag», sagt Pressesprecherin Wittmaack. Mit ökologischer Herstellung beschäftigt sich an der Messe auch das Gottlieb-Duttweiler-Institut: In einer Diskussionsrunde geht es um die Frage, wie sich Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik verbinden lassen.

Gratis-Stand für Junge

In der Aussteller-Liste tauchen etablierte Namen auf. «Wir sehen uns aber auch als Förderer», sagt Wittmaack. «Blickfang selected» ermögliche Jungtalenten aus dem Möbelbereich, an allen sieben Messeorten zu testen, wie das Sortiment ankomme. Reisegeld und Standmiete übernehmen die Organisatoren. Ganz uneigennützig ist das nicht: Das Zürcher Publikum ist sehr treu, heisst es. Neue Namen bringen Abwechslung.

www.blickfang.com

Blickfang - Heinz Baumann

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Blickfang - Einstoffen

Blickfang - Einstoffen