Schöne Bilder und eine Prise Humor

Er kann nur verlieren. Mit seinem Spielfilmdébut, dem Stasi-Drama «Das Leben der Anderen», landete Autor und Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck den grossen Wurf, der einen Oscar einbrachte und ihm ermöglichte, nach Hollywood zu ziehen.

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Er kann nur verlieren. Mit seinem Spielfilmdébut, dem Stasi-Drama «Das Leben der Anderen», landete Autor und Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck den grossen Wurf, der einen Oscar einbrachte und ihm ermöglichte, nach Hollywood zu ziehen. So ungewöhnlich und für manchen enttäuschend die Wahl seines nächsten Projektes sein mag, von Donnersmarck tut das einzig Richtige. Er inszeniert das komplette Gegenteil seines schweren, ambitionierten Erstlings. Nur so kommt er in der Scheinwelt des grossen Hollywoodkinos an.

Tourist landet in Thriller

Hunderte von Agenten scheinen Elise (Angelina Jolie) zu folgen. Die totale Überwachung soll sie zu einem Milliarden-Betrüger führen, mit dem die Schönheit zusammenarbeitet. Wenn Elise im Zug von Paris nach Venedig fährt, sind die Verfolger mit dabei. Sie haben aus einem Häufchen Asche einen Brief rekonstruiert, der Elise Instruktionen ihres Komplizen übermittelte.

Sie soll im Zug die Bekanntschaft eines beliebigen Fremden suchen und den Verdacht erwecken, es handle sich bei ihm um die gesuchte Person. So wird der völlig harmlose amerikanische Tourist Frank (Johnny Depp) in die Angelegenheit verwickelt. Frank ahnt nicht, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt.

Flüchten und gut aussehen

Es ist von Anfang an klar, dass sich der elegante Thriller «The Tourist» selbst nicht bierernst nimmt.

Allein schon Angelina Jolies Göttinnen gleiche Inszenierung macht deutlich, dass diese Geschichte mit dem wahren Leben nicht kompatibel sein wird. Von Donnersmarck schwelgt mit Herzenslust in schönen Bildern und beweist viel Sinn für Humor. Sogar eine Prise Slapstick spart er nicht aus. Depp und Jolie haben nicht viel mehr zu tun, als zu flüchten und gut auszusehen dabei. Der Film ist durch und durch unterhaltsam. Von Donnersmarck hat in der Zwischenzeit ein eigenes Drehbuch geschrieben und wird es 2011 verfilmen.

Man sollte sich nicht wundern, wenn er nach dieser Fingerübung wieder aus einer ganz anderen Richtung überrascht. (wes)

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